Album

Liminal

The Acid - Liminal

Label: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Trancebalance

Rückblick 2014: Ein Trio trifft sich in Berlin und nimmt dort in nur neun Tagen eines der beeindruckensten Alben des Jahres auf.

Still und heimlich fast schon wie ihre Musik selbst, tritt die Band The Acid auf den Plan. Dabei handelt es sich um eine hochkarätige Besetzung die bei "Liminal" zu Werke ging: Der britische DJ und Produzent Adam Freeland und sein kalifornischer Kollege Steve Nalepa und Ry Cumming. Das Post-Downbeat-Electronic Album fühlt sich an wie eine architektonische Planung mit wabernden Basslines, Fieldrecordings und dem prägnanten Falsettgesang.

Der Intimität der Stimme werden "kalte" Maschinen entgegengesetzt. Das Verfahren ist schon bekannt von Künstlern wie Thom Yorke, James Blake, Raz Ohara oder Apparat. Doch schafft es The Acid diesen Sound weiter zu entwickeln ihn zeitgemäßer zu machen.

Nicht umsonst bedeutet "Liminal" so viel wie Schwelle. Diese wird hinsichtlich bestehender Genrebezeichnungen permanent überschritten. Während "Thumbling Lights" wie kristallklarer Electro-Pop klingt und sich auch "Fame" und "Venda" gekonnt harmonisch geben, spricht "Creeper" eine deutlich dunklere Sprache. Hier fühlt man sich an radioheadsche Einsamkeit und Verzweiflung erinnert, aber auch an das konzeptige "Machine Gun" von Portishead. Nicht die schlechtesten Referenzen.

Es gibt wenig Alben, die zugleich Herz, Gehör und Verstand derart fesseln. Doch wenn man mal Glück hat, kann man sogar zu Architektur tanzen.

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