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Roussel: Symphony No. 2

Albert Roussel - Roussel: Symphony No. 2

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Außenseiter und Stilsucher

Die Musik Albert Roussels (1869-1937) konnte sich nie wirklich etablieren, weder im Impressionismus, noch in der Moderne. Interessant bleibt sie als Abbild des Ringens eines Künstlers um seinen eigenen Stil.

Albert Roussel war der Lehrer für fast eine ganze Generation französischer Komponisten, darunter Erik Satie und Edgar Varèse. Er war lange auf der Suche nach einer individuellen Ausdrucksform und teste auf dieser Reise fast alle musikstilistischen Eigenarten seiner Zeit aus. Jahrzehntelang war Roussel mit seinen kompositorischen Leistungen äußerst unzufrieden, was ihn etwa im Jahr 1890 dazu brachte, fast alle bis dahin komponierten Werke zu vernichten.

Die "Symphonie Nr. 2", aus der unser Hörbeispiel stammt, gehört zu Albert Roussels wichtigeren Werken. Ihre Entstehungszeit fällt in die Jahre 1919-21, eine Zeit, in der Roussel dabei war, seinen Spätstil zu entwickeln. Die Uraufführung war nicht besonders erfolgreich und das Werk hat sich nie fest im symphonischen Repertoire etablieren können. Die Klangwelt der Symphonie wird von einer raschen Abfolge verschiedenster Expressionen bestimmt, deren jede für sich aber eine flüchtige Momentaufnahme bleibt. Orchestrierung und Tonsprache sind äußerst vertrackt, werden aber nur selten atonal.

Albert Roussel wurde 1869 in Tourcoing geboren und erhielt seine künstlerische Ausbildung ab 1884 in Paris. Vor der Komponistenlaufbahn zog es ihn in die französische Marine, wo er es bis zum Leutnant brachte. Von 1902 bis etwa 1913 folgte Roussel dem Weg des Impressionismus, der auch den Ausgangspunkt für sein Spätwerk bildete. Wahrscheinlich war Roussel als Lehrer, der einige der wichtigsten musikalischen Heißsporne der beginnenden Moderne auf den Weg brachte, bedeutender, denn als Komponist, aber er hat nie aufgehört, nach der wahren Kunst zu suchen.

1 CD, ca 69 Minuten