Berlin Alexanderplatz

Alfred Döblin - Berlin Alexanderplatz

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Klassiker der deutschen Literatur

"Magnetische Kräfte liegen in uns, sie fordern das Schicksal heraus." Frisch aus dem Gefängnis entlassen und voller guter Vorsätze betritt der Naivling Franz Biberkopf Berlin und tritt seine eigentliche Strafe, das Leben in "Freiheit", an.

Hier haben wir eines der größten deutschen Bücher des 20. Jahrhunderts, gelesen von Hannes Messemer, einem großen Schauspieler und einem Genie der 1000 Stimmen. Die braucht er auch, um Döblins revolutionärer literarischer Technik gerecht zu werden. Als langjähriger Nervenarzt kannte Döblin Milieu und Sprache Berlins genau. In seiner genialen Komposition, die sich abwechselnd und virtuos naturalistischer, expressionistischer und mythischer Stilmittel bedient, bekommt alles, was nun auf den "Sträfling" einstürzt, eigene Stimme, eigene Sprache, eigenen Ausdruck.

Die als ein Pandämonium geschilderte Großstadt der Weimarer Republik aus Häusergewirr und Menschentrubel, Zeitungs- und Reklamegeschrei, unterirdisch brodelndem Verbrechertum, Schlachthausdunst und Jazzrhythmen, Hurenwinkeln und Kaschemmenphilosophie, Zuhälterpack, Flittermoral und strahlendem Lichterglanz ist der eigentliche Gegenspieler des ehemaligen Transportarbeiters, der nun beschließt, "anständig zu sein". Gleich der Beginn des Buches, unser Hörbeispiel, etabliert meisterhaft all diese Elemente.

Alfred Döblin beginnt im Jahr 1900 in Berlin mit dem Medizinstudium. Gleichzeitig nimmt er seine literarischen Tätigkeit auf. 1905 Promotion in Freiburg. Assistent in der Psychiatrie. Von 1911-1933 arbeitet er als Kassenarzt für Nervenkrankheiten in Berlin. 1914 meldet er sich im Ersten Weltkrieg freiwillig als Militärarzt. Seine ersten Erzählbände machen ihn zwischen 1915 und 1920 zu einem der führenden Vertreter der expressionistischen Literatur in Deutschland. Während der Novemberrevolution 1918 steht er der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) nahe.

1929 wird er durch "Berlin Alexanderplatz" zu einem populären Autor in der Weimarer Republik. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft und seines Rufes als "Asphaltliterat" emigriert Döblin einen Tag nach dem Reichstagsbrand über Zürich nach Paris. 1946 kehrt Döblin als Oberst und Literaturinspekteur der französischen Militärregierung nach Deutschland zurück. Vom Nachkriegsdeutschland enttäuscht, zieht Döblin 1953 wieder nach Paris.
1957 stirbt er in Emmendingen (bei Freiburg/Breisgau).

10 CDs, ca. 760 Minuten

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