Theatre Is Evil

Amanda Palmer - Theatre Is Evil

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Sound Chamäleon

Eine echte Sensation schaffte Amanda Palmer mit ihrem neuen Album bereits lange vor Erscheinen: ihre Fans hatten sage und schreibe 1,2 Millionen Dollar gespendet, um das Werk bei Kickstarter zu finanzieren. Jetzt ist es erschienen und da bereits alle Rechnungen bezahlt sind, verschenkt die Künstlerin das Album im Netz.

Extravagant in ihrem Erscheinungsbild, eigenwillig und musikalisch stets fernab des Mainstreams: Amanda Palmer fühlt sich künstlerisch überall da zuhause, wo es ungewöhnlich ist. Bereits als Sängerin der Dresden Dolls sprengte die New Yorkerin mit Songs wie "Coin Operated Boy" oder "Girl Anachronism" nur allzu gerne gängige Konventionen. Seit vier Jahren ist die quirlige Entertainerin vermehrt als Solokünstlerin unterwegs. Das macht eine Kategorisierung ihres Schaffens aber keineswegs einfacher, denn Amanda Palmer tanzt auch als Alleinunterhalterin gerne auf mehreren Hochzeiten.

 

 

Auch auf ihrem neuen Album „Theatre Is Evil“ schwirrt Amanda Palmer wieder in verschiedene Richtungen aus. Dass es überhaupt zu einer neuen Albumproduktion kam, verdankt die New Yorkerin in erster Linie 24 000 Fans, die nach einem Internet-Aufruf Palmers mal eben über eine Mio Dollar für Promotion und Studioaufenthalt spendeten und somit der Künstlerin den Auftrag gaben, ihrer Kreativität und Fantasie freien Lauf zu lassen, ohne Rücksicht auf Verluste. Als Dank bot Amanda Palmer nun ihren Fans an, sie auf ihrer Tour als Musiker zu unterstützen, zum Beispiel als Streicher oder Bläser. Als Bezahlung bot sie neben einem Riesenspaß Merchandise und Bier an. Das wiederum brachte Altmeister Steve Albini auf die Palme, der sich auf seinem Blog zu Wort meldete und es als unanständig bezeichnete, Musiker nicht bezahlen zu wollen, nachdem man 1,2 Millionen Dollar ("a shit load of money") Spendengelder erhalten habe. Palmer verteidigte sich damit, dass es ihr als Straßenmusikerin nie ums Geld gegangen sei bei ihrer Musik und viele Jahre kostenlos Musik gemacht habe.

Auf ihrem Album, das nun in einer Basisversion kostenlos im Netz zu haben ist, kreiert die exzentrische Songwriterin einen abwechslungsreichen Mix aus Pop, Punk, Rock und antiquierten Arrangements. Krachend und opulent scheppert „Do It With A Rockstar“ zu Beginn ganz Titel-like aus den Boxen, ehe der Song in einen flächendeckenden Refrain gipfelt und den Hörer in der Folge mit auf eine verstörende Reise Backstage mitnimmt: „Do You Wanna Dance, Do you Wanna Fight, Do You Wanna Hit Me Baby One More Time?“, fragt Amanda. Na klar, gerne doch. Warum auch nicht? „Theatre Is Evil“ entpuppt sich letztlich als Wohlfühloase für Unangepasste. Querdenker und Gegenstromschwimmer herein spaziert. Amanda Palmer ist zurück. Es ist wieder einmal an der Zeit ein paar Grenzen zu überschreiten.

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