Album

Kurr

Amiina - Kurr

Label: 
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Niedliche Elfentöne

Die isländische Band Amiina begann als Streichquartett und tourte in dieser Funktion mit Sigur Rós über die großen Live-Bühnen der Welt. Auf ihrem Debütalbum bezaubern die vier Damen mit verträumten, entrückten Klängen.

Die vier Musikerinnen von Amiina heißen Sólrún Sumarliðadóttir, María Huld Markan Sigfúsdóttir, Edda Rún Ólafsdóttir, Hildur Ársælsdóttir und sind für eine mitteleuropäische Computertastatur wirklich harte Nüsse. Ähnlich verhält es sich zunächst mit der Musik des Vierers. Doch genau wie die Namen an Faszination gewinnen, wenn man sie nur langsam genug liest, so offenbaren die schwer beschreibbaren Stücke von Amiina ihren Zauber auch erst, wenn man ihnen viel Zeit widmet. Eine gewisse Nähe zum Klangbild von Sigur Rós ist ihnen sicher nicht abzusprechen, auch wenn deren elegisches Spiel nicht ihre Sache ist.

Amiinas Musik zu beschreiben scheitert schon an der vollständigen Benennung des Instrumentariums. Glockenspiel, diverse Blasinstrumente, Harmonium, singende Sägen, Glocken, Synthesizer, Weingläser, Violinen und Harfen - die Aufzählung ließe sich noch fortsetzen. Dabei spielen Amiina ihre Stücke nicht, sie tupfen sie vielmehr zart wie ein Maler, der hunderte Pastelltöne zu einem Bild vereint. Der Gesang hält sich im Hintergrund, wenn er da ist wird er oft nur angedeutet, aber er fehlt auch nicht in diesen seltsamen musikalischen Miniaturen, deren Zauber sich langsam und doch unaufhaltsam verbreitet. Der Download "Rugla" hat den unschuldigen Charme einer Kinderspieluhrmelodie mit entrücktem Gesang und erinnert ein wenig an Brian Eno. Ganz subjektiv. "Kurr" ist ein durchwegs hypnotisches Album für Menschen, denen Geschwindigkeit nichts, Genuß jedoch alles bedeutet. Eine Platte wie ein schöner Traum.(cw)

Download & Stream: 

Alben

Ähnliche Künstler