Lioness: Hidden Treasures (International Version)

Amy Winehouse - Lioness: Hidden Treasures (International Version)

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Lange hat die Welt auf ein neues Werk von Amy Winehouse gewartet. Jetzt ist es da, doch die Freude darüber ist verhalten, denn viel zu jung ist Amy Winehouse in diesem Jahr gestorben.

Zum Leben und Sterben von Amy Winehouse wurde bereits alles gesagt, nachdem sie am 23. Juli 2011 in ihrem Haus in London tot gefunden worden war. Konzentrieren wir uns also auf das Album, das nun posthum passend zum Weihnachtsgeschäft erschienen ist und einen Bogen von den Anfängen ihrer Karriere 2002 bis nach 2011 spannt, wo sie mit Crooner-Legende Tony Bennett im März 2011 nochmal den Weg ins Studio gefunden hat, um einen Song für dessen Duett-Album einzusingen.

Das Drama von Amy Winehouse spiegelt sich vor allem in diesem Song, in dem sie sich nur noch wie ein Schatten ihrer selbst anhört oder vielmehr ein Schatten der großen Jazzsängerin Billie Holiday. Auch die hat sich bereits in jungen Jahren mit Alkohol und Heroin vergiftet und ist 1959, lange vor der Geburt von Amy Winehouse, mit 44 Jahren schließlich auch daran gestorben. Doch ihre stimmliche Ausdruckskraft war durch ihr Leben am Abgrund über die Jahre noch intensiver geworden, während man bei Amy Winehouse inzwischen gut nachvollziehen kann, warum nach "Back To Black (2006)" kein Album mehr erschienen ist: sie hätte auf diesem Niveau wohl nicht mehr singen können, weder im Studio noch live. Sie war einfach nicht mehr präsent, wie man schon bei ihrem tragischen letzten Auftritt in Belgrad ahnen konnte.

Ansonsten besteht das posthume Werk aus Songs, die man so oder ähnlich schon einmal von Amy Winehouse gehört hat, sei es auf ihrem Debüt "Frank" oder dem zweiten Album "Back in Black" und weckt somit nostalgische Gefühle an eine Zeit, die inzwischen schon lange zurück liegt.

Und so ist "Lioness: Hidden Treasures" ein zwiespältiges Werk und zwangsläufig  nicht viel mehr als eine Zusammenstellung von Outtakes und alternativer Versionen für treu ergebene Fans von Amy Winehouse - und ansonsten in erster Linie ein lukratives Geschäft zu Weihnachten. Musikbusiness as usual. Allen Musikinteressierten, die die tollen beiden ersten Alben von Amy Winehouse bereits haben, empfehlen wir an dieser Stelle das Gesamtwerk der großen Sängerin Billie Holiday, die Amy Winehouse wohl wie keine andere Sängerin beeinflusst hat und ein paar Jahre mehr Zeit hatte, der Nachwelt herausragende Aufnahmen zu hinterlassen.

 

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