Griselda

Antonio Vivaldi - Griselda

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Vivaldis Liebeserklärung, Vivaldis Comeback
"Griselda" ist die Krönung einer außergewöhnlichen Künstlerbeziehung zwischen Vivaldi und seiner berühmten Schülerin Anna Girò. Nach der Premiere im Jahre 1735 sollte die Girò, mit einer einzigen Ausnahme, nur noch in Werken Vivaldis zu hören sein.

Auch für Vivaldis Ansehen als Komponist war "Griselda" ein Höhe- und Wendepunkt: Nach einer 22-jährigen Ächtung öffnete sich ihm zum ersten Mal wieder eines der großen Theater der Lagunenstadt, nachdem sich der streitbare Hitzkopf Vivaldi seit 1713 als Impresario eines eigenen Hauses nicht wenige, mächtige Feinde unter den Patrizierfamilien Venedigs gemacht hatte. Diese Familien, die die bedeutendsten Häuser der "Serenissima" kontrollierten, hatten sich zuvor stets geweigert, Vivaldi einzuladen, eines seiner Werke dort aufzuführen.

Doch eine wirtschaftliche Krise zwang 1735 die mächtigste Theaterfamilie Grimani, ihre Haltung zum nach wie vor erfolgreichen Vivaldi zu überdenken. Im Laufe mehrerer Saisons hatten sich seine Opern auf dem Festland als Retter defizitärer Theater erwiesen, die nicht von den Mächtigen Venedigs beherrscht wurden. Gleich nach dem Ende der 1734er Saison in Verona beauftragten die Grimanis Vivaldi mit der Komposition einer Oper - und er warf alles in die Waagschale, was er musikalisch zu leisten im Stande war. Im Triumph kehrte Vivaldi im Jahr darauf mit "Griselda" ins Rampenlicht seiner Heimatstadt zurück.

Die Geschichte der Griselda könnte Vivaldis Kommentar zu dieser lang erwarteten Entwicklung, und zu den entgegenstehenden Widerständen sein: Die Oper erzählt von einer Königin, die aufgrund ihrer niederen Herkunft von ihren Untertanen verachtet wird, aber mit Mut und Hartnäckigkeit schließlich den Respekt und auch die Liebe ihres Volkes gewinnt. Die Empfindungen des von seiner Heimatstadt geschnittenen Komponisten und seiner dort als minderwertig verschrieenen Meisterschülerin dürften in dieser Geschichte ihr Echo gefunden haben.

3 CDs, ca. 155 Minuten

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