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Arcadia |
27.06.2007
Die neue Mitte von Electronica
Sascha Ring aka Apparat entfernt sich immer weiter vom unterkühlten Laptop-Electronica-Sound. Das deutete sich bereits auf der letzten EP an, auf dem neuen Album „Walls“ folgt er seiner Vision noch konsequenter.
Das Schroffe und betont Digitalisierte in den Tracks von Apparats Anfängen ist mittlerweile einem organisch wachsenden, teilweise überaus eingängigen Sound gewichen – ähnlich der Entwicklung des inzwischen aufgelösten Duos Funkstörung. Nachdem sich Sascha Ring im letzten Jahr mit Ellen Allien und dem gemeinsamen Album „Orchestra Of Bubbles“ die Rave-Hörner abgestoßen hat und seine Liebe für das Songwriting mit einem mehr oder weniger direkten Pop-Appeal für sich entdeckt hat, filterte Apparat aus einem Pool von über 70 Entwürfen die viel versprechendsten heraus. Dreizehn haben es schließlich auf „Walls“ geschafft. Neben erfrischend vielschichtigen Intrumentalstücken überraschen besonders die Electronica-Pop-Hybriden, für die Raz Ohara und Apparat selbst an das Mikrofon traten. Der souveräne Soul und Funk von Ohara überrascht dabei weniger, vielmehr ist es Sascha Rings Gesang, wie dem Falsett bei „Arcadia“. Überhaupt gewinnen einige der Stücke eine epische Weite und emotionale Getragenheit, die man dem eigensinnig und kantig wirkenden Berliner Producer und Mitbegründer des Labels Shitkatapult am wenigsten zugetraut hätte. Zwischen zartem Pop, breitwandigen Post-Rock und geerdeter Electronica hat Apparat scheinbar eine beeindruckende Mitte gefunden. (jw)
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