Architects - All Our Gods Have Abandoned Us

Architects - All Our Gods Have Abandoned Us

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
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herausragend
Eingängig ins Verderben

Metalcore ist ausgelutscht, immer die gleichen Riffs, da kommt nichts mehr. Von wegen! Architects frischen das Genre wieder auf, ohne viel zu verändern.

Viele Metalcore-Bands wiederholen sich irgendwann. Das Genre hat den Ruf eindimensional zu sein und nicht viel Platz für Spielraum zu lassen. Architects aus Brighton orientieren sich auf ihrem bereits siebten Album an ihren Landsmännern von Bring Me The Horizon, allerdings ohne in poppig-elektronische Experimente abzudriften. Das macht sie einerseits brachialer und wütender als BMTH, andererseits frischer als viele andere Kollegen, die in klassischen Riff-Breakdown-Strukturen gefangen bleiben.

Bestes Beispiel ist der angepisste Opener "Nihilist". Architects rechnen mit der Menschheit, dem Umgang untereinander und mit der Umwelt ab und haben offenbar wenig Hoffnung, dass irgendwann Vernunft einkehren wird. Ähnlich politisch und emotional wurde auch das Video zu "A Match Made In Heaven". Grandios berechnete Riffs schneiden sich durch die Stimmgewalt von Sam Carter während sich bedeutungsschwangere Bilder von Explosionen und Hungernden mit kapitalistischen Symbolen abwechseln.

Architects - A Match Made In Heaven

 

Auch der Rest von "All Our Gods Have Abandoned Us" prangert an und brüllt sich die wütende Seele aus dem Leib, ohne aber das Feingefühl zu vernachlässigen. "Downfall" und "Memento Mori" erzeugen mit ruhigen Sample-Momenten Gänsehaut, nur um dann wieder mit voller Wucht auszubrechen. Diese Herangehensweise ist nicht neu, Architects finden aber die perfekte Balance zwischen hartem, vertracktem Riffing und nachdenklichen Momenten.

Diese Mischung aus Virtuosität und Komplexität mit Eingängigkeit ist im modernen Metal in dieser Form momentan schwer zu finden. Architects konstruieren getreu ihrem Bandnamen eben solche Klanggebilde und enttäuschen ihre Fans kein Stück.

"All Our Gods Have Abandoned Us" erschien am 27.05. über Epitaph Records.

 

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