Album

In Camera

Arthur & Yu - In Camera

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Hippie-Melancholie

Passend zum 40. Jahrestag des "Summer Of Love" beschwören Arthur & Yu noch einmal die Zeit der Hippies. Dabei geht "In Camera" weit über das reine Pastiche hinaus und verfügt über genügend Fallhöhe, um sämtliche Ressentiments ins Leere laufen zu lassen.

Arthur & Yu heißen im wahren Leben Grant Olsen und Sonya Westcott und kommen nicht aus San Francisco sondern Seattle. Wie einer der bekanntesten Bands aus der Stadt an der Westküste der USA, berufen sich auch Arthur & Yu auf Neil Young und widmen ihm ihren Song "Come To View", den man neben einem weiteren Song des Albums auf der Website ihres amerikanischen Labels downloaden kann.

Damit hat es sich jedoch mit den Seattlebezügen. Musikalisch haben Arthur & Yu ganz klar in den 60ties ihre Vorbilder. Hier wird gepfiffen und mit der Akustischen schwer Lagerfeuerromantik beschworen. Was oberflächlich wie die perfekte, bis in kleinsten Details durchdachte Reminiszenz an die Hippiezeit klingt, verfügt über einen doppelten Boden, der schon Arthur & Yus Beitrag zur letzten Platte von Dntel zu etwas ganz besonderem machte. Denn ausschließlich dem Leben zugewandt sind Arthur & Yu nicht. Ähnlich wie T.C. Boyles "Drop City" wissen auch sie von den Gefahren und Rissen zu berichten, die der Traum der Hippies allzu schnell bekam. Sie bewahren sich dabei eine Form von Melancholie, die ihren Songs wunderbar zu Gesicht steht. (Florian Schneider)

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