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Untilted

Autechre - Untilted

Label: 
Redaktionswertung: 
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mittelmäßig
gut
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herausragend
Abstraktion in Perfektion

Ende April, der Kölner Sensor Club, 01:30 Uhr. Die Lichter gehen aus und zwei Gestalten machen sich daran, der Clubanlage ihre Grenzen auf zu zeigen. Nahezu unbeweglich verharren sie hinter ihren Geräten, Baseball-Kappen tief ins Gesicht gezogen.

Autechre, Warp-Act der ersten Stunde, pflegen auch noch 2005 jene Verschrobenheit und jene Form von Eigenbrötlerei, die dafür sorgte, dass dieses Label über Jahre den State of the Art abstrakter Elektronik definierte. Gemeinsam mit Aphex Twin oder LFO haben sie den Sound von Warp über Jahre geprägt. Inzwischen sind Autechre beim Album Nummer Acht, „Untilted“, angelangt. Im Gegensatz zum Vorgänger machen sie sich wieder mehr auf die Suche nach Melodien im Gewitter der unkontrolliert zuckenden und wie Peitschenhiebe knallenden Beats. Die angedeuteten melodischen Fundstücke, wie sie auch in LCC anklingen, sind dabei ähnlich zart und von einer zerbrechlichen Melancholie geprägt, wie sie die ungleich poppigeren Boards Of Canada perfektioniert haben. Rob Brown und Sean Booth verstehen es immer noch vortrefflich, Equipment gezielt kollabieren zu lassen, Klänge aufzutürmen und in Kaskaden wieder abzutragen oder gleich einen Erdrutsch auszulösen, der alles auf den Kopf stellt. Autechre bleiben sich treu, sezieren die Beats, forschen nach der Perkussivität von Synthesizern und Drumcomputer und produzieren dabei immer noch: unvergleichlich untanzbare, unvergleichlich großartige Tanzmusik. (fs)

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