It's What I'm Thinking

Badly Drawn Boy - It's What I'm Thinking

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Whatever happened to...

Damon Gough aka Badly Drawn Boy veröffentlichte zwischen 2000 und 2004 gleich mehrere bemerkenswerte Alben. Mit großartigen Songs, üppigen Arrangements und unsentimentalen Balladen schaffte er es in zahlreiche Playlists. Doch 2010 ist der Badly Drawn Boy kaum wiederzuerkennen.

Verändert hat sich eigentlich nicht viel seit "The Hour Of Bewilderbeast" als Badly Drawn Boy zur Speerspitze einer neuer Generation von Singer/Songwritern zählte. Zumindest nicht an der Oberfläche. Immer noch bedient er das ganz große Instrumentarium mit Streichern, Bläsern und ausufernden Arrangements.

Doch auf seinem neuen Album "It's What I'm Thinking" fehlt etwas, was man auch schon beim letzten Album "Born In The UK" schmerzlich vermisste. Das was Badly Drawn Boy von hunderten anderer Songwriter unterschied: gute Songs.

Die Lieder auf dem neuen Album plätschern irgendwie ziel- und kraftlos dahin. Und als ob er keine Lust gehabt hätte, seine Vocals sauber einzusingen, hat er sie kurzerhand mal in Halleffekten ersäuft, was den Eindruck verstärkt, dass Gough derzeit eher orientierungslos denn inspiriert musiziert. Hängen bleibt davon am Ende gar nichts außer viel heiße Luft und selbst bei Fans der Gough'schen Melancholie dürfte doch beim Hören dieses Albums irgendwann das große Gähnen einsetzen. Wo sind die großartigen Songs wie "Silent Sigh", "Easy Love" oder "Once Around The Block"?

Stattdessen hat Gough offenbar jede Menge alter, überproduzierter 70er Softrock-Platten angehört und ist in eine Zeit abgetaucht, die sich zwar hübsch nostalgisch anhört, uns aber heute eigentlich so gar nichts mehr zu sagen hat. Nett ist das allemal, wer also Musik sowieso eher als unauffällige Klangtapete im Hintergrund mag, den wird dieses Album auch nicht weiter stören. Wer etwas mehr von so einem hoch talentierten Songwriter erwartet, muss sich vielleicht noch gedulden, bis er wieder Lust hat, ein paar richtig gute Songs zu schreiben.

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