Era la notte

Barbara Strozzi - Era la notte

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Musik der Nacht

Liebe, Tod und Wahnsinn liegen in der Kunst seit jeher nahe beieinander, vor allem in der Musik. Diese CD versammelt vier sogenannte "Lamenti", sozusagen barocke Torchsongs, die eine Sängerin vor dem Klanghintergrund alter Instrumente vorträgt.

"Era la notte" begann als szenische Inszenierung für das Théâtre de Nîmes im Februar 2006. Die Werke dieses Sängerabends, die sich sämtlich um die Kreuzung der Psycholinien von Liebe und Wahnsinn drehen, wurden von der Theatermacherin Juliette Deschamps für die Bühnenaufführung in entsprechende Farben und Schattierungen getaucht, was natürlich die Wirkung mächtig erhöhte.

Der hörbare Teil dieses Projektes lebt im vorliegenden Konzeptalbum weiter. Alle vier Stücke kreisen um ein Sujet tragischer Liebe, für alle vier kann man sich eine umdüsterte Frau vorstellen, die, eingehüllt in Schatten und dunkle Farben allein auf der Bühne klagt - zerstört von der Liebe, verlassen und nur noch von einem seidenen Faden über dem Abgrund des Selbstmordes gehalten.

Eine dieser Trauerminiaturen stammt von einer weiblichen Komponistin, Barbara Strozzi. Sie lebte von 1619 bis 1677 in Italien, zu einer Zeit, die noch weniger als unsere Tage von weiblichen Komponistinnen bevölkert war. Dennoch erreichte sie zu ihren Lebzeiten mehr Publikationen ihrer säkularen Werke als die meisten männlichen Komponisten - natürlich gegen den Widerstand der (fast) allmächtigen Kirche! Ihr todessehnsüchtiges Lamento "Lagrime mie" ist unser Hörbeispiel.

Anna Caterina Antonacci könnte als Prototyp einer modernen Sängerin beschrieben werden. Sie ist attraktiv und sexy und gebietet dennoch über ein Stimmvolumen wie es früher nur die archetypischen "dicken Damen" (Billy Wilder) hatten. Zudem läßt sie sich nicht in das gängige Sängerregister einordnen und singt sowohl Sopranpartien als auch Rollen, die die tiefere Mezzo-Stimmlage erfordern. Ihr Repertoire reicht von alter Musik bis zu Rossini. Antonacci hat "Era la notte" mitkonzipiert und die Musik ausgewählt.

1 CD, ca. 45 Minuten

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