No No No

Beirut - No No No

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Yes Yes Yes

Ach, lieber Zach Condon, wenn jeder Musiker nach einer schlimmen Phase - inklusive Schreibblockade, Scheidung und Burnout - solch ein Album hinlegt, wäre die Welt um einiges besser. Beirut zeigen auf ihrem neuen Album "No No No", wie Neuanfänge ziemlich gut funktionieren können.

Einige Prominente nennen ihre Babies nach Orten dieser Welt - Zach Condon irgendwie auch. Nicht nur, dass er seine Band nach der libanesischen Hauptstadt benannte - viele Songs des US-Amerikaners markieren bedeutende, logistisch-musikalische Stationen in Condons Leben. Auch die australische Stadt "Perth" auf der neuen Platte von Beirut.

Ende 2013 in Australien nämlich ging bei Condon nichts mehr. Physische und psychische Probleme, Tourabsage, anschließend Schreibblockade. Er tat daraufhin das einzig richtige - Tabula Rasa. Alles zurück auf null, sich besinnen und von vorn beginnen.

Zusammen mit seiner Band spielte er die Songs für das neue Album live im Studio ein, ohne Synthesizer und andere Gimmicks. Stattdessen mit reduzierten und dennoch kraftvollen Mitteln. Man hört und spürt förmlich die Euphorie, die Losgelöstheit, ja, tatsächlich den Brocken, der Zach Condon aus Herz und Kopf gefallen sein muss.

Das Bongo-Intro auf "Gibraltar" gleicht einem anfänglichen Freudentanz, der sich mit dem Einsatz von Piano, Drums und Percussion immer weiter nach oben schaukelt. "Everything should be fine" singt Condon und man glaubt ihm diese vermeintlich banalen Worte sofort. Weniger, weil gar keine Worte, benötigt das melodiegeladene "As You Needed", ein Ruhepol, der die etwas relaxtere zweite Hälfte von "No No No" einläutet.

Den folkig-weltmusikalischen Klängen Beiruts wohnt jedoch immer eine bestimmte Melancholie inne, die bei jedem noch so lebendig klingenden Song mitschwingt. Diese Dualität ist es u.a., die den Reiz am Sound der Band ausmacht. So kann man dem Sommerloch entfliehen und der nahenden Herbst-/Winterdepression zuversichtlich entgegentanzen.

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