Herzog Blaubarts Burg

Béla Bartók - Herzog Blaubarts Burg

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Revolutionäre Opernklänge
Schonmal den Komödienklassiker "Blaubarts 8. Frau" mit Gary Cooper gesehen? Der Urquell dieses Stoffes ist ein französisches Märchen, aus dem der ungarische Filmkritiker, Philosoph und Schriftsteller Béla Balász für Bartók ein Libretto machte.

Béla Bartók (1881 - 1945) war ein ungarischer Komponist, Pianist und Musikwissenschaftler, der als erster damit begann, systematisch die Volksmusiken verschiedenster Ethnologien zu sammeln und zu analysieren. Allerdings unterschied er streng zwischen nachkomponierter, "volkstümlicher" Musik und den authentischen, nur mündlich überlieferten Liedern der einfachen Leute, die ihn einzig interessierten. In Ungarn, Rumänien, der Slowakei und dem Vorderen Orient sammelte er über 10.000 solcher Volkslieder und lernte, um letztere besser zu verstehen, unter anderem die arabische Sprache. Als Komponist zählt Bartók zu den bedeutendsten Vertretern der Moderne.

"Herzog Blaubart", komponiert 1911, ist Béla Bartóks einzige Oper. An diesem Werk war für damalige Verhältnisse so gut wie alles auf radikale Weise ungewöhnlich, weder die Instrumentalmusik, noch die Art des Gesangs, noch die Dramaturgie bezogen sich auf irgendwelche klassischen Operntraditionen, wie jeder, der die Einleitung, die unser Hörbeispiel bildet, hört, leicht feststellen wird.

Entsprechend läßt sich am "Blaubart" und seiner Rezeptionsgeschichte ungefähr jeder Konflikt festmachen, den Bartók Zeit seines Künstlerlebens auszufechten hatte. Als Wettbewerbsbeitrag wurde die Oper von der ungarischen Akademie der Schönen Künste als unspielbar zurückgewiesen. Bis 1918 wurde das Werk kein einziges Mal gespielt. Als dann schließlich doch eine Premiere greifbar wurde, verlangte die ungarische Regierung, Bartók solle den Namen des politisch in Ungnade gefallenen Librettisten Béla Balász aus dem Programmheft entfernen lassen. Der Komponist weigerte sich, die Premiere platzte. Desillusioniert verlegte Bartók fortan seinen Arbeitsschwerpunkt auf die Musikwissenschaft.

1 CD, ca 58 Minuten

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