Benjamin Britten: War Requiem op. 66

Benjamin Britten - Benjamin Britten: War Requiem op. 66

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Ein großes Werk des 20. Jahrhunderts

Ohne Zweifel ist Benjamin Brittens (1913-1976) "War Requiem" eine der wichtigsten Kompositionen der letzten 100 Jahre. Das Riesenwerk von 1961, ein Symbol der Versöhnung nach dem 2. Weltkrieg, schwingt sich in die Höhen von Bach, Mozart oder Brahms auf.

Edward Benjamin Britten, Baron Britten of Aldeburgh, so sein vollständiger Name, gilt als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Charakteristisch für sein Werk ist das Verbleiben in einer klassischen Tonsprache, mit der Britten sehr individuell, aber fern aller Experimente der Moderne umgeht. Neben seiner Haupttätigkeit als Komponist war Britten ein sehr sensibler, unglaublich guter Pianist und Dirigent. Vor allem seine Mozart-Interpretationen haben in beiden Funktionen bleibende Weltgeltung erlangt.

Britten war homosexuell zu einer Zeit, in der das in der britischen Upper Class keineswegs akzeptiert war. Viele der Tenorpartien seiner Opern komponierte er für seinen Lebensgefährten, den ebenfalls weltbekannten Sänger Peter Pears. Außerdem bekannte sich Britten selbst in Weltkriegszeiten zu einem radikalen Pazifismus. Entsprechend dieser Vorzeichen verstand er sich und lebte er als Außenseiter.

Im Dezember 1961 vollendete Britten das "War Requiem", das seitdem zu den wichtigsten Chorwerken überhaupt gezählt wird. Das Requiem wurde am 30, Mai 1962 in der neu erbauten Kathedrale von Coventry uraufgeführt, die die Deutschen im 2. Weltkrieg zerstört hatten. Das Werk, dessen erster Satz unser Hörbeispiel bildet, ist dem Andenken der Kriegstoten gewidmet, versteht sich gleichzeitig aber als Symbol der Versöhnung. Entsprechend wählte Britten sowohl für die Uraufführung, als auch für die Ersteinspielung unter seiner Leitung englische, russische und deutsche Gesangssolisten aus.

Das "War Requiem" ist mit drei Solisten, einem Knabenchor, einem gemischten Chor sowie großem Orchester und separatem Kammerorchester sehr groß besetzt. Auch die Aufführungsdauer von etwa 90 Minuten läßt Monumentales erahnen. Dennoch wird die Musik niemals bombastisch, sondern ist vielmehr durchgehend von stiller Trauer geprägt.

2 CDs/SACDs, ca. 83 Minuten

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