Britten Conducts Britten

Benjamin Britten - Britten Conducts Britten

Komponist: 
Benjamin Britten
Interpret: 
Benjamin Britten
Ensemble: 
SWR Sinfonieorchester
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Gloriana

Zur Krönung der noch immer regierenden Königin Elisabeth II. wurde ein junger Komponist beauftragt, eine repräsentative Oper zu schreiben, dem damals auf der Insel als wiedergeborenem „Orpheus britannicus” gehuldigt wurde: Benjamin Britten. Jedoch geriet die Uraufführung von „Gloriana“ im Londoner Covent Garden zum Fiasko.

Das Premierenpublikum, ausschließlich stockkonservative und hochwohlgeborene geladenen Gäste, konnte mit Brittens zwar tonal bleibender, aber dennoch kühner und moderner Tonsprache herzlich wenig anfangen – und das bekam der gerade 40-jährige, sensible Komponist deutlich zu spüren.

Zwei Jahre später erhielt Britten, der außerdem ein begnadeter Pianist und Dirigent war, die Einladung, eine Auswahl eigener Werke beim SWR in Saarbrücken zu dirigieren. Dieses denkwürdige Konzert fand im Dezember 1956 statt und blieb in den Archiven des Senders in bemerkenswert guter Qualität erhalten. In der Zwischenzeit hatte Benjamin Britten die Hauptmotive aus „Gloriana“ in eine symphonische Suite verarbeitet, die er unter anderem in Saarbrücken dirigierte. Wenige Takte genügen, um zu illustrieren, dass diese Musik seinerzeit vollkommen zu Unrecht in Großbritannien fast geächtet wurde.

Britten lieferte, wie man es von einem echten Künstler schließlich auch erwarten durfte, nicht nur „Pomp and Circumstance“ ab, sondern erschuf, anhand der Geschichte der ersten Elisabeth auf dem englischen Königsthron, das hochexpressive Empfindungsbild einer jungen Frau, die zwischen privaten Sehnsüchten und repräsentativen Verpflichtungen hin- und hergerissen ist. Vor allem im letzten Satz der Suite, der unser Hörbeispiel bildet, kommen solche Gefühle zum Ausdruck. In der originalen Opernhandlung illustriert diese Musik die von Elisabeth selbst verfügte Hinrichtung ihres Geliebten sowie die daran anschließende manische Besessenheit von ihrem eigenen Ende.

1 CD, ca. 67 Minuten

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