John Tavener: A Portrait

Björk - John Tavener: A Portrait

Label: 
Komponist: 
John Tavener
Interpret: 
Björk
Ensemble: 
Brodsky Quartet
Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Himmelsmusik

Der Brite John Tavener gilt als einer der enigmatischsten Komponisten der Jetztzeit. Die Doppel-CD „A Portrait“ gibt einen Überblick über sein Schaffen. Darunter auch die Ersteinspielung seines Vokalstückes „Prayer of the Heart“, gesungen von Björk. Ein musikalischer Meilenstein, den Tonspion hier in seiner kompletten, 15-minütigen Fassung präsentiert.

John Tavener (*1944) ist ein englischer Komponist, dessen Schwerpunkt auf sakraler Vokalmusik liegt. Der introventierte Tonkünstler setzt sich in seinem Werk vordringlich mit den Inhalten verschiedenster Weltreligionen auseinander. Entsprechend sind seine Werke denn auch zuerst für den Einsatz in – hauptsächlich orthodoxen – Sakralräumen konzipiert, nicht für den Konzertsaal. Tavener, dessen Stil oftmals mit dem Arvo Pärts verglichen wird, verfügt über eine ganz eigene, unter anderem von russisch-orthodoxer Kirchenmusik und Gregorianik beeinflußte Klangsprache, die schwerblütig und streng, aber auch elysisch ruhig und schwebend meditativ wirkt.

Alles Qualitäten, die sich fruchtbar mit dem ebenfalls höchst eigenen Singstil der weltberühmten Isländerin Björk verbinden lassen. Die vorliegende Ersteinspielung stammt aus dem Jahr 2001, die Uraufführung von "Prayer Of The Heart" erfolgte 2003 im Rahmen der Ausstellung „heartbeat“ von Nan Goldin, eine Dia-Installation mit sexuell freizügigen und dabei verstörend verletzlichen Bildern der Fotografin. Getragen wird das meditative Stück, das vom Brodsky Quartett eingespielt wurde, nur von einem ruhigen Herzschlag und der Textzeile "Kyrie Eleison" in drei Sprachen: koptisch, englisch und griechisch. Zweifellos eine der schönsten und berührendsten Einspielungen in der langen und künstlerisch vielseitigen Karriere von Björk.

John Tavener über die Zusammenarbeit mit Björk:
'I'd heard her voice...it was quite a raw, primordial sound, and I was very attracted to this sound. I thought of the ejaculatory prayer called the 'Jesus Prayer'-- 'Lord Jesus, have mercy on me'--and I set it in three languages: Coptic, in English, and in Greek. I thought the way she sang it was quite wonderful, and it couldn't possibly be sing by anybody else but her, or someone with a voice very, very similar to hers. It had nothing of a western-trained voice about it. In fact, it wasn't trained at all, and this is why I liked it so much, because...it had a save quality, an untamed quality. These are qualities that I like...I liked the simplicity of her, I liked the spontaneity of her, and I liked the result that came forth in Prayer of the Heart.'"

John Tavener: A Portrait, 2 CDs, ca. 156 Minuten

> Mehr Klassik im Tonspion

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche Künstler

Ähnliche News

Björk mit 17 Jahren 1982

Video: Björk mit 17 Jahren

Sie hat sich kaum verändert
Wir lieben das Internet! Es gibt uns die einmalige Chance, die 17-jährige Björk im Jahr 1982 bei einem Konzert ihrer damaligen Band Tappi Tikarrass zu sehen. Unser Fundstück der Woche.
BJÖRK! Dokumentation (2015) in voller Länge

BJÖRK! Dokumentation (2015) in voller Länge

Film über die außergewöhnliche Karriere der isländischen Künstlerin
Dokumentation über die einzigartige Karriere der isländischen Künstlerin ist jetzt zeitlich begrenzt in der WDR-Mediathek zu sehen.
Björk: Album-Leak und die Folgen

Björk: Album-Leak und die Folgen

Wie Björks Label mit dem geleakten Album umging
Auch wenn der Hype um Tauschbörsen aufgrund der vielfältigen Online-Dienste nachgelassen hat: vorzeitige Leaks von Alben bleiben ein Problem der Musikindustrie. Nach Madonna erwischte es nun auch Björk. Welche Folgen das hat, erzählte Labelchef Derek Birkett dem Billboard Magazin.

Empfehlungen