HOLY

Blackout Problems - HOLY

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Zeit für ein Revival

Seit einigen Jahren klopfen Blackout Problems bedächtig und leise an die Stadiontüren der Republik. Mit dem zweiten Album "HOLY" wird es an der Pforte nicht gerade leiser werden. 

Es ist kein Geheimnis, dass fetter Gitarrensound vor allem in engen, stickigen und verschwitzten Locations so richtig gut kommt. Überschaubare Mengen, textsicher und nach drei bis siebzehn Bier sind die Stimmbänder im optimalen Mitgrölmodus. Der Körper bereit für markerschütternde Gitarren-Hooks und treibende Drum-Parts. Tja, schlechte Nachrichten Blackout Problems. Damit dürfte bald Schluss sein. Selbst Schuld.

Nach zwei EP's und einem Album haben sich die Jungs von Blackout Problems einen sagenhaften Ruf als abnorme Liveband erspielt. Itchy Poopzkid oder die Donots könnten die Auftritte der Band wohl als feucht-fröhliche Weiterbildungsmaßnahme finanziell bei ihren Labels absetzen. Nur mit dem endgültigen Durchbruch wollte es noch nicht klappen. Heute erscheint ihr zweites Album "HOLY". Und das könnte der Nussknacker werden.

Mit ihrem infektiösen, von eingängigen Melodien geprägtem Alternative Rock kommen sie vielleicht zehn Jahre zu spät. Höchste Zeit also für Revival. Und wieso soll Blackout Problems nicht der zündende Funke sein. Ein weiterer Fan, neben den oben bereits erwähnten Itchy Poopzkid, ist übrigens Boysetfire. Daher keine Überraschung, dass Nathan Gray die Band in "Boys Without a Home" supportet.

Neben ihren grundsympathischen Auftreten auf und neben der Bühne, verstecken sich auch in ihren Lyrics ebenso sympathische Ansichten. Ja gut, was immer man unter "versteckt" versteht: "You homophobic shitheads should fuck off and not pray", schlagen sie fundamentalchristlich-homophoben Vertretern mitten auf die Zwölf.

"HOLY" hat Pathos, Ernst, Witz und eine ganze Reihe an Sozialkritik und setzt damit ein wichtiges Zeichen, in dieser von Hass und Unsicherheit erfüllten Zeit. Hoffentlich nicht nur länger bei eingefleischten Fans, sondern weit darüber hinaus.

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