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Blanck Mass

Blanck Mass - Blanck Mass

Redaktionswertung: 
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schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Monumentale Sauerstoffarmut

Bekannt geworden ist Benjamin John Power als eine Hälfte der Fuck Buttons und als Schöpfer detailverliebt brachialen Lärms. Auf seinem Solodebüt befreit er sich vom Akkordantrieb der Vierviertelbassdrum und widmet sich ganz dem Schweben.

Über zwei Alben hinweg haben Power und sein Fuck-Buttons-Partner Andrew Hung dem unbarmherzigen Lärm und dem chaotischen Samplewahn nun Schönheit und den einen oder anderen Hit abgerungen. Als Blanck Mass jedoch lässt Powers das Ringen Ringen sein: Sein selbstbetiteltes Debüt stellt zehn gewaltige Klangmonumente nebeneinander, in und zwischen denen die Strukturen verschwimmen und die sich meist damit zufriedengeben, Fläche zu sein.

Von Hits keine Spur und kein Beat stellt sich ein. Das dem Album beigelegte Leitmotiv der zerebralen Hypoxie, der Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff z.B. durch Beinahe-Ertrinken, erweist sich als Schlüssel zum Großteil des Blanck-Mass-Debüts. Powers hält seine Stücke in der Schwebe und zelebriert in voller Lautstärke ihr vielschichtiges Dasein. Die sich gelegentlich einstellenden Momente der Klarheit sind trügerisch, verlieren sich schnell wieder in der Wiederholung, werden wieder ganz Klang.

Das alles fordert, machen wir uns nichts vor, einen tüchtigen Vorrat Geduld. Das kann sogar, machen wir uns noch weniger vor, gelegentlich recht langweilig sein. Wo der Rhythmus der Fuck Buttons dem verspielten Drumherum seine dankenswert stumpfe Struktur zur Seite stellt, geizt "Blanck Mass" mit Aufmerksamkeitwegweisern. Dennoch steckt in diesem Werk viel Schönheit, und wer gern in anderer Leute Nahtodkonzepten badet oder derzeit eh sauerstoffarm lebt, dem wird sie nicht verborgen bleiben.

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