Testament der Angst

Blumfeld - Testament der Angst

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Eintrag in die Popgeschichte
"Ein Kreis schließt sich. Nach sechzehn Jahren Blumfeld hat Autor, Sänger und Gitarrist Jochen Distelmeyer (...) beschlossen, die Band aufzulösen." Dürre Worte für einen, der seine Karriere vornehmlich auf Worte aufbaute.

So langsam haben sich die Wogen in der Blogosphäre wieder geglättet. Noch einmal sind all die Kontroversen, die Blumfeld mit schöner Regelmäßigkeit heraufbeschworen haben, diskutiert worden. Zum Teil mit ähnlicher Heftigkeit und Schärfe wie noch vor kurzem, anlässlich der Veröffentlichung des letzten, offiziellen Studioalbums "Verbotene Früchte". Es ist schon seltsam, wenn sich eine Band auflöst, die einen entscheidende Jahre des Lebens begleitet hat und stets den passenden Soundtrack dazu hatte: Die Wut und die Aufruhr der frühen Jahre, das Gefühl eingesperrt zu sein, in einem System, das nicht das meinige ist. Umzug, Wohnortwechsel, der Focus verschiebt sich von der Rebellion zum Hedonismus, zum Glauben an ein System namens Liebe. Blumfeld waren zur Stelle, packten die richtigen Worte in unpeinlich peinlich Musik und man wusste auf einmal ganz genau "wie Liebe sich anfühlt". Auf das Hoch folgte ein Tief, die Angst vor der Zukunft "und davor wie´s weiter geht". Doch hinter all den Grauen Wolken schimmert immer wieder Hoffnung. Im gleichen Jahr, in dem mit dem Ende der Spex wie wir sie kennen, eine bestimmte, auch politische Haltung verloren geht, nimmt auch jene Band ihren Hut, die für diese Haltung stand wie keine Zweite. Doch Blumfeld haben vorgesorgt und mit "Verbotene Früchte" schon einen möglichen Soundtrack für die nächste Generation geliefert. Ein schwacher Trost, aber es gibt sicher Schlimmeres als mit dem "Apfelmann" aufzuwachsen ... (fs)

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