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Die Maschinen sind gestrandet

Boris Brejcha - Die Maschinen sind gestrandet

Label: 
Redaktionswertung: 
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herausragend
Verkanntes Minimal-Talent

Mannheim gönnt sich einen Pop-Beauftragten, auch in Sachen Rave ist die Stadt mit der Time Warp bekannt. Obwohl auch die Techno-Szene als sehr aktiv gilt, schwappt wenig über die Stadtgrenzen hinaus. Mit Boris Brejcha könnte sich dies aber ändern.

Zumindest musikalisch: denn nachdem der Mittzwanziger eine Reihe Tracks auf Online-Labels bzw. als MP3-Release veröffentlichen konnte, folgte Ende August nun das Debüt-Album auf einem physischen Tonträger. Vom Namen des Albums und der Tracks sollte man sich nicht abschrecken lassen, auch wenn diese gruselig klingen. Titel wie „Verstaubter Fruchtzucker“, „Schlachtfest“, „Die Lustgrotte“ oder „Nährmedium“ lassen bei einem Album, das auf dem Label Harthouse erschienen ist, bollerndem Ohren betäubenden Techno der schnelleren Gangart erwarten.

Doch weit gefehlt: Boris Brejcha greift erstaunlich versiert die derzeitig präsente Minimal-Ästhetik auf, um sie mit einer gewissen Deepness und Sanftheit zu erweitern. Für ein Newcomer-Werk klingen die sechzehn Stücke sehr ausgereift und ideenreich, ohne vom kreativen Geist eines Jungspunds überladen zu werden. Inwieweit dieses Album Wellen schlagen wird, bleibt abzuwarten. (Jens Wollweber)

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