The Black Tango

Boy Omega - The Black Tango

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Der Traurigkeit auf die Beine geholfen
Die Melancholie steht ihm gut. Als Boy Omega kleidet Martin Gustafsson sie in vielschichtige Arrangements und kratzige LoFi-Klänge, lässt Lücken für seine Freunde und elegischen Schwermutpop entstehen.

Kaum kommt sie hinterher, die Zeit. Während sich Martin Gustafsson und das Boy-Omega-Orchester schon zur Arbeit am dritten Album zurückziehen, ist sein Fastsolowerk "I Name You Isolation" hierzulande gerade erst erschienen. Dieses hauptsächlich in Wohnzimmern und hauptsächlich aus Akustikgitarre, betrübtem Laptopzirpen und betrübendem Gesang zusammengesetzte Album begeistert sacht mit wie nebenbei in fertige Form gebrachten Liedskizzen und einem schönen Ähnlichkeitenkatalog. Elliott Smith, Conor Oberst, Nick Drake – Martin Gustafssons Stimme setzt ihnen Denkmäler in schönen und fragilen neuen Umgebungen. Doch nur nicht zu lange mit dem Staunen aufhalten. Der Debütnachfolger "The Black Tango" ist schließlich bereits fertig und wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Und überhaupt kommt wohl noch einiges: 200 quasifertige Stücke hält der Boy-Omega-Laptop für die Welt bereit. Auf "The Black Tango" wurde ein Teil davon in etwas satteren Bandsound gebracht, der aber immer noch schön kratzig und seltsam verhuscht nachhallt. Seinen Freunden hat Martin Gustafsson hier noch mehr Platz eingeräumt. Deshalb darf man sich bei "Leafless" über Audreys Emelie Molin als Sängerin und Cellistin freuen, die der stur stolpernden Traurigkeit des Stücks stets gern wieder auf die Beine hilft. Doch gehen Sie beizeiten bitte weiter. Die Arbeit an Boy Omega 3 hat, wie gesagt, bereits begonnen. (sc)

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