I`m Wide Awake It`s Morning

Bright Eyes - I`m Wide Awake It`s Morning

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Traditionell schön: Conor Obersts bessere Hälfte
Kristallklare Harmonien, feinste Duette, bestes Banjo- und Pedal-Steel-Gewusel. Während sich Conor Oberst auf "Digital Ash" am frischen Rhythmuspop versucht, gräbt er auf dem Schwesteralbum seine Füße tief in traditionellen Songwritersand.

Dem aufgeregten Neuigkeiten- und Meinungsreigen um die Doppelveröffentlichung des Conor Oberst konnte und kann man nur schwer entgehen. Wer bisher beim Namen "Bright Eyes" bis vor kurzem ausschließlich und unschuldig an den freundlichen Art Garfunkel dachte, sieht sich plötzlich an allen Ecken und Enden einem verzweifelt hoffenden jungen Mann, Wundersongwriter, Generationssprachrohr und Feuilletonliebling gegenüber. Das Albumpaket "Digital Ash In A Digital Urn"/"I`m Wide Awake It`s Morning" gibt vielen Menschen die gern genutzte Chance, sich als Liebhaber, entschiedener Gegner, entschiedener Gegner der entschiedenen Gegner oder auch als "Ich kenn` den schon ganz lange"-Checker zu profilieren. "Hype, Hype!", ruft da, wer noch nie etwas verstanden hat. Alle anderen dürfen sich still, gern auch mit Freunden, über zwei schöne Alben voll sehr guter Musik freuen, eines – "I`m Wide Awake It`s Morning" – besser als das andere. Wo "Digital Ash In A Digital Urn" der rhythmischen Grundidee streckenweise arg wenig hinzuzufügen hat, verfeinert die Folkhälfte des Pakets alte Stärken. Oberst nimmt vor allem die weniger eigenwilligen, an Americana-Tugenden festgemachten Themen des Emotionsmonsters "Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground" wieder auf, veredelt Ideen und vereinigt live erprobte Sicherheiten. Das Resultat bietet wenig brandheißen Scheiß, wenig Aufregung, wenig Generationssprachrohrkompatibles, dafür aber viele goldene Liedmomente. Die übliche Saddle-Creek-Posse pumpt die Arrangements mit Instrumenten und Stimmen ordentlich auf, und wo die Zusammenarbeit mit Jimmy "Postal Service" Tamborello auf "Digital Ash ..." etwas arg nach einfachstem Weg schmeckt, setzt der Supergast Emmylou Harris "I`m Wide Awake It`s Morning" stilsicher, passend und herrlich die Krone auf. Nun aber wirklich: genug gesagt. Fazit: bitte selber ziehen. (sc) Ähem. PS: Bright Eyes auf Tour mit Rilo Kiley. Das sollte man sich, Feuilletonliebling hin oder her, schon letzterer wegen nicht entgehen lassen.

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