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The Four Trees

Caspian - The Four Trees

Redaktionswertung: 
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Hart und herzlich

Kann man im Jahr 2008 noch mit rein instrumentalem Postrock hinter dem Ofen der Musikbegeisterung hervorrocken? Man bzw. eine Truppe von fünf stummen Shoegazern aus Massachusetts kann das sehr wohl.

Ganz klar: am Pulse der Zeit sind Caspian mit ihrem Sound nicht. Gitarren schlängeln sich durch Effektgeräte, das Schlagzeug poltert statisch, der Bass murmelt dazu untenherum vor sich hin und all das auch noch ohne Worte. Ist das alles antiquiert? Vielleicht, aber dieses Quintett ist dabei immer eines: ehrlich - wie auch die bandeigene Selbsteinschätzung herrlich belegt: „Caspian is a rock band from Beverly, Massachusetts, a seaside town 20 minutes north of Boston. Nobody sings. Most of the time we play very loud. Other times, very soft. We always try to play with heart. Punkt.

Was sie so nüchtern über sich selbst dahersagen, trifft den Sound, mit dem sie in die Knie zwingen und begeistern. Deshalb, weil sie nicht nur in den sphärischen Momenten und behäbigen Elegien herumtaumeln, sondern weil sie es auch kantig krachen lassen und hemmungslos losbrettern. Es hämmert, es jault, es steckt Leben in dieser Debüt-Bude namens „The Four Trees“. Niemals ruhen sie sich auf ihren Melodien aus, sondern gehen immer dann weiter, wenn sich jene abzunutzen drohen. Caspian mögen wie ein Antiquariat alter Postrock-Hüte klingen, wissen diese Hütte aber hervorragend zu zerlegen. Man höre und staune.

Björn Bauermeister / Tonspion.de

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