Mug Museum

Cate Le Bon - Mug Museum

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Morbider Riot-Folk

Das dritte Album der walisischen Musikerin Cate Le Bon ist ihrer toten Oma gewidmet - klingt aber höchst lebendig!

Oberflächlich betrachtet könnte man Cate Le Bon eine Singer-/Songwriterin nennen und ihr neues, drittes Album “Mug Museum” in eben dieser Kategorie ablegen. Doch auf den zweiten Blick offenbart sich, dass die walisische, in Los Angeles lebende Le Bon anders ist als andere Sängerinnen mit Gitarre. Cate Le Bon singt auf Englisch und Walisisch, einem Zungenschlag, der nur noch von wenigen Menschen aktiv benutzt wird. Diese Fähigkeit begeisterte den ebenfalls aus Wales stammenden Gruff Rhys, Mastermind der Super Furry Animals so sehr, dass er Cate vor ein paar Jahren als Supportact und Gastmusikerin engagierte. Auch ohne Rhys‘ Unterstützung wäre Le Bon eine interessante Künstlerin: Da ist zum Beispiel die übersteigerte Fixierung auf das Thema Tod, die Cate mit dem allzu frühen Ableben verschiedener Haustiere in ihrer Kindheit erklärt.

Die neue Platte hat die Musikerin ihrer vor kurzem verstorbenen Großmutter gewidmet. In fast allen Songs geht es im engeren oder weiteren Sinn um das Verschwinden, Vergessen, Erinnern: besonders anrührend auf der Single „Are You With Me Now“ oder im Duett „I Think I Knew“ mit Perfume Genius, dessen Stimme wundervoll mit Cate harmoniert – ihr Gesang wurde wegen seiner dunklen Färbung schon häufig mit Nico verglichen, was aber nur bedingt zutrifft: Le Bon kann sanft und scheu säuseln, in Riot-Grrrl-Manier losschreien und dann wieder auf Folksängerin á la Joni Mitchell oder Joanna Newsom „umschalten“. Ihre Musik ist ähnlich variationsreich: von polterndem Indie-Rock („Wild“, „I Can´t Help You“) über an The Cure erinnernde Gitarrenmelodien („No God“) bis zur romantisch angehauchten Ballade mit Sixties-Flair zieht Cate Le Bon alle Register, ohne je in den Verdacht der Beliebigkeit zu geraten.

Auch wenn ihre Vorlieben ein bisschen morbide wirken, klingt ihre Musik höchst lebendig: „Mug Museum“ ist eins dieser kleinen großen Alben, die man erst für sich entdecken muss, dann aber nicht mehr missen möchte.

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