Rhine Gold

Choir Of Young Believers - Rhine Gold

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Pompöse Elegie

Nach „The White In Your Eyes“ schürfen Choir Of Young Believers nach dem „Rhine Gold“. Das zweite Album der Band um Jannis Makrigiannis ist Wagner-Pop: pompös, episch, aber eigentlich ganz klein und schüchtern.

Manchmal merkt man erst spät, wie lange eine Band einen begleitet und wie präsent ihre Songs doch sind. „The White In Your Eyes“, das Debütalbum von Jannis Noya Makrigiannis und seinem Choir Of Young Believers lief bestimmt ein Jahr lang nicht mehr in meinem CD-Player, trotzdem kennt man jede Melodie. Mit „Rhine Gold“, dem zweiten Album von Choir Of Young Believers“ geht es einem ähnlich – nur dass hier ganz andere Erinnerungen angetriggert werden, an Talk Talk oder Tears For Fears zum Beispiel.

Makrigiannis hat keine Angst davor, musikalisch aufs Ganze zu gehen. Unter großem Wegklagen bezieht er sich im Titelsong des zweiten COYB-Albums auf Wagner und entwirft mit großer Geste opulente Popsongs, deren Basis denkbar klein und einfach ist. „Nye Nummer Et“ ist ein klassischer Popsong, mit einprägsamen Refrain und einer Basis aus Gitarre und Gesang. Doch im Kollektiv und im Studio begraben ihn COYB unter einer unterkühlten und unnahbaren Atmosphäre, die seinen kleinen Kern tausendmal vergrößert. Nicht der einzige Song, bei dem Choir Of Young Believers dieses Kunststück gelingt, und gerade deshalb prägt sich einem „Rhine Gold“ so nachdrücklich ein. Eine Elegie in Pop, tragisch und erschütternd schön.

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