Madrigali guerrieri et amorosi

Claudio Monteverdi - Madrigali guerrieri et amorosi

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Die Vollendung der Renaissancemusik
Das 1638 in Venedig publizierte 8. Madrigalbuch, mit Liedern von "Liebe und Krieg", ist bei weitem die umfangreichste, komplexeste und kunstvollste Sammlung, die Monteverdi zu seinen Lebzeiten veröffentlichen konnte.

Vieles von dem, was Monteverdi im Lauf seiner Karriere geplant und erdacht hat, wird in dieser Zusammenstellung schlußendlich ausformuliert. Zwischen dem 8. Buch und seinem Vorgänger liegt allein eine Zeitspanne von 19 Jahren, während derer Monteverdi seine Kompositionsarbeit immer wieder durch lange Phasen des Nachdenkens und des Studiums unterbrochen hat. Obwohl sie auch ein paar frühere Kompositionen enthalten, ziehen die "Madrigali guerrieri et amorosi" in erster Linie die Summe dieser späten Jahre Monteverdis.

In unserem Hörbeispiel "Altro canti d`amor" hört man besonders deutlich, warum gerade dieser Komponist einer der größten Erneuerer der Musikgeschichte war. Auf bestürzende Weise klingt die am Übergang von der Renaissance zum Barock entstandene Musik selbst heute noch zeitgemäß und frisch. Als hätte jemand ein paar sehr alte Instrumente renoviert und auf wundersame Weise über Zeitgrenzen hinweg Kontakt zum modernen Menschen hergestellt. Viele Attribute, die, oft gar nicht unberechtigt, gegen die Alte Musik ins Feld geführt werden, gelten hier einfach nicht, weil die antiquirte Gesamtanmutung wegfällt. Das ist natürlich auch ein Verdienst der hervorragenden Vokal- und Instrumentalensembles, die Monteverdis Modernität natürlich betonen, ohne dabei thesenhaft überdeutlich zu werden.

Die revolutionäre Veränderung in der Musik jener Zeit, die Monteverdi in den Jahren vor seinem Tod (1643) maßgeblich mitgeprägt hat, die sogenannte "Seconda pratica", kulminiert in einem berühmten Zitat von Monteverdis Bruder: "Wir wollen das Wort zum Liebhaber der Harmonie machen, nicht mehr zu ihrem Dienstboten". Gemeint ist: Nur noch der poetische Inhalt der vertonten Texte sollte als Inspiration fürs Komponieren dienen, nicht mehr die engen und erstarrten Gestaltungsprinzipien der Kirchenmusik. Und da haben wir auch den Grund, warum Monteverdi immer noch modern klingt: Seine Musik kam von Herzen und aus einem unabhängigen Geist.

3 CDs, ca. 178 Minuten

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