Vespro della beata vergine

Claudio Monteverdi - Vespro della beata vergine

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Gregorianik, Renaissance und Barock in einem Werk vereint
Die "Marienvespern" waren die Brücke zwischen Renaissance und Barock. Zu ihrer Zeit waren sie revolutionär, ein Durchbruch in der musikalischen Entwicklung, eine Sythese aus altem und neuem Stil und doch in ihren Melodien ältesten Traditionen treu.

“Zum erstenmal in der Musikgeschichte wurde die traditionelle und musikalische Struktur in jede erdenkliche Richtung durchbrochen”! Besser als Nikolaus Hamoncourt, der Pionier der Alten Musik, kann man es nicht sagen. Nie zuvor hatte es jemand gewagt, Kirchenmusik derart theatralisch zu "inszenieren". Kein Wunder, hatte Monteverdi doch kurz zuvor mit "L`Orfeo" die Kunstform Oper erfunden. Gleichzeitig sind die Vespern tief in der kirchlichen Tradition verwurzelt: Bis ins 10. Jahrhundert zurückreichende gregorianische Melodien bilden ihre Grundlage.

Monteverdi kombinierte die Mehrklängigkeit des Mittelalters mit dem neuen Stil, in dem nur eine Stimme führt. Die wechselseitige Durchdringung von Text in Klang wird damit bis zum Äußersten durchgeführt. Zahllose verschiedene Kompositionstechniken und musikalische Effekte, die von hymnischen Fanfaren über meditativen a-cappella-Gesang bis zur Imitation eines Echos reichen, stehen im ständigen Wechsel. Neben der Einleitung besteht das Stück aus fünf Psalmen, die von Motetten und einer Hymne abgewechselt werden, und einem Magnificat.

Da das verbliebene Quellenmaterial nicht eindeutig ist, gibt es zwei Versionen dieses Werkes: mit und ohne umfassende Instrumentierung. Nach dem neuesten Stand der Forschung führt Rinaldo Alessandrini die Vespern so "klein" wie möglich auf, d.h. mit nur jeweils einem Akteur pro Vokal- und Instrumentalstimme (im Gegensatz zu der Möglichkeit, den Klang durch Verdopplung einzelner Parts zu "vergrößern").

Noch zu Lebenszeiten wurde Claudio Monteverdi als Genie anerkannt. Seine Werke umfassen sowohl das vollkommene Renaissancemadrigal als auch den Höhepunkt der frühbarocken Oper. 1567 wurde er im norditalienischen Cremona geboren.1613 ernannte man ihn zum ‘maestro di capella’ von San Marco in Venedig, damals der begehrteste Posten, den ein Komponist anstreben konnte. 1633 wurde er zum Priester geweiht. Monteverdi starb in Venedig im Jahre 1643.

2 CDs, ca. 105 Minuten

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