Cracked Wide Open

Cloroform - Cracked Wide Open

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Verflixt verlogener Monsterrock
Cloroform schwingen nicht einfach nur die Hüften und machen auch nicht einfach nur Rockmusik. Schwülstig und gitarrenfrei übersteigern sie Rockstandards, lassen sie Riffs ins Leere und ins Chaos laufen. Sogar Mike Patton findet`s super.

Das muss auch nicht weiter wundern, denn schließlich stand das schaffenswütige Cloroformdrittel John Kaada auf Pattons Kollaborationsliste. Mit dem gemeinsam geschaffenen, gespenstisch filigranen "Romances" hat Cloroforms sechstes Album auf den ersten Blick zwar eher wenig zu tun, doch erste Eindrücke täuschen ja gerne mal. Zumal dann, wenn dem Neugierigen erst einmal mit Monsterrock und Songwuchtbrummen durch die Wahrnehmung gefahren wird. Kaada und seine Mitstreiter, darunter wiederum Kaizers-Orchestra-Bassist Øyvind Storesund, geben sich mächtig Mühe, Rock hier so wuchtig und dickehosehaft wie möglich wirken zu lassen. Wenn dann das Ungetüm so richtig fett aufgeblasen ist, kippen sie ihn plötzlich einfach auf den Rücken und tanzen auf seinem fetten Wanst alberne Popchoreografien. Augenzwinkern kennen die drei Herren dabei schönerweise nicht. Jeder Ausfallschritt und Seitensprung wird seinerseits schnell wieder relativiert, bis zwischen Songsanftheiten, Surfsound, Falsettpop und Gruftrock nichts mehr wahr und wahrhaftig sein kann. Und dann ballern sie doch wieder Hits raus, an die man schon gar nicht mehr glauben will, zu denen man aber tanzen muss. Die Eagles Of Death Metal haben sowas zuletzt ganz ähnlich, wenn auch weit weniger vielfältig gemacht. Dann doch lieber Devo als Referenz. Oder einfach selbst hören: "You make me love, love, love you more everytime you let me down". Wer will da schon wissen, wo ihm der Kopf steht? (sc)

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