Album

Love Comes Close

Cold Cave - Love Comes Close

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Düstere Gelassenheit

Bei Cold Cave schwingt in jeder Note die Depression der frühen Achtziger Jahre des britischen Pop mit: Joy Division, omnipräsent. Doch dieser amerikanischen Interpretation gelingt es, sich als eigenständiges Werk auszuzeichnen. 

Als der Amerikaner Wesley Eisold seine Band formierte, war er durch den Punk geprägt. Davon ist auf "Love Comes Close" nicht mehr viel zu hören, lediglich diese Energie ist zu spüren: In jeden Ton wird sich hineingelegt, mit allem was man hat - nur, dass eben die Syntheziser im Wesentlichen die Gitarren ersetzt haben.

So baut sich vor dem Hörer eine Wand aus verstörten Sounds auf, die niemals über einem zusammenbricht. Im Gegenteil, es fügen sich die Arrangements dann doch erstaunlich stimmig ineinander. Und trotz der bisweilen brachialen Düsterheit blinzelt zwischen all dem Noise immer wieder verspielt das bisschen Pop hervor, dass dieses Album auszeichnet. So beispielsweise auf dem grandiosen "Heaven Was Full".

Insofern ist dieses Werk ein bewunderswerter Grenzgänger zwischen den Genres. In jedem Falle ein mehr als würdiges Debüt. Für alle, die gerne zeitreisen, sich aber nicht mit einem abgeschmacktem Retro-Revival zufrieden geben möchten. Denn hier geht es um mehr: Eine legere Liebeserklärung an die leidenschaftliche Melancholie.

Tonspion präsentiert die anstehenden fünf Konzerttermine von Cold Cave im Mai 2010.

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