Album

Boys

Cortney Tidwell - Boys

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Im intimen Raum

Cortney Tidwell dürfte auch dem Kenner erst einmal herzlich wenig sagen. Aus Nashville soll die Singer/Songwriterin stammen, was aber falsche Assoziationen weckt. Island wäre da weitaus angebrachter - und dunkle Popseele, die mit der Euphorie und dem Unglück spielt.

Es ist bereits ihr zweites Album, das im Juni dieses Jahres erscheinen wird. Aber die Menschen, die ihr Debüt "Don't Let Stars Keep Us Tangled Up" gehört haben, sind gewiss nur ein kleiner Kreis, der sich im Zuge des Nachfolgers nun vergrößern sollte. Und auch wenn der Titel "Boys" weitaus prägnanter und unzweideutiger erscheint, ist das, was auf diesem - nennen wir es ruhig so - Kunstwerk erklingt, keine knappe Singer/Songwriterinnen-Abhandlung.

Vielmehr ist Tidwells Musik wie ein Ausflug. Dunkel und schaurig wie Beth Gibbons, ästhetisch und kunstvoll wie Portishead oder Björk, aber auch so schlicht und einfach wie eine Folk-verliebte Songwriterin eben unbedacht ihre Songs zum Besten gibt, tänzelt Tidwell durch ihre eigenen Traumwelten. Dort wird wenig gespaßt, sondern eher in der Tiefe und Düsternis herumgebuddelt. Das muss man als Hörer erst einmal verkraften. Hat man das, erschließt sich eine kleine Welt unter Kopfhörern, die ferner von Nashville und Singer/Songwriter-Vorurteilen kaum sein könnte: Pop mit tiefschwarzer Seele, der seine Kreise zieht, gefangen nimmt und seinen ganz intimen Raum zwischen Euphorie und Unglück schafft.

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