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Figur 5

Couch - Figur 5

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Wortlose Umarmung

Nach fünf Jahren Stille kehren Couch zurück. Ohne Worte wie eh und je, dafür aber mit viel Leichtigkeit und Weitblick. Smarter und gleichsam kraftvoller Instrumentalpop aus dem geschmackssicheren Hause Morr.

1995 auf dem Weilheimer Label Kollaps mit dem selbstbetitelten Album gestartet, haben Couch von Anfang an niemals viel Wind um sich gemacht. Statt viele Worte zu verlieren, machte man Musik in ausgeklügelter Präzision und stringenter Regelmäßigkeit. 1997 erschien „Etwas benutzen“ als eine Kollaboration zwischen Kollaps und Kitty-Yo. Es folgten -wiederum in zwei Jahresabständen- „Fantasy“ und „Profane“, die beide auch als US-Releases über Matador veröffentlicht wurden. Dass nun nach knapp fünfjähriger Releasepause noch ein weiteres Studioalbum erscheint, überrascht schon ein wenig, hörte man doch in der Zwischenzeit die Leute schon vom Ende munkeln. Allem Gemunkel zum Trotz und ohne ein Wort zu verlieren, legen Couch nun „Figur 5“ vor. Couch sind nicht mehr so kantig, nicht mehr die argen Fanatiker krummer Beats wie in ihren Anfangszeiten. Sie sind nun kopfloser, zurückgelehnter und zum Entspannen einladender. Man höre hier den das neue Album eröffnenden Song „Gegen alles bereit“ und mache es sich gemütlich. Man nehme Platz in der Behaglichkeit zwischen Minimalmusik und Posteinflüssen, lasse sich in das rhythmische Dickicht und die popmelodiöse Umarmung fallen. „Figur 5“ macht den Blick frei auf ein weites Land, das von einem Fluss durchströmt wird, der in der Tiefsee mündet. Ohne Worte. Langweilig wird das nie. (bb)

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