Happy In Grey

Damero - Happy In Grey

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Melancholische Überraschung
Frickelige Intelligent Dance Music, wie sie vielen Ende der Neunziger zum Halse heraus hing, hat es auch noch heute schwer, wirklich wahrgenommen zu werden. Damero macht es richtig und betont den Dance Music-Teil stärker, ohne das Subtile zu verlieren.

Alben wie „Happy In Grey“ gibt es nicht viele, noch dazu nicht im Katalog von Ellen Alliens Label BPitch Control – Singer/Songwriter-Qualitäten treffen auf experimentelle IDM-Arrangements und werden immer wieder dezent druckvoll fit für den Dancefloor gemacht. Süß-melancholischer, schwelgerischer Pop-Appeal begleitet all die songhaften Tracks auf Dameros Debüt-Album. Die Verbindung zu BPitch ist einfach: Marit Posch aka Damero macht die Promotion des Labels und bastelt nebenher auch an eigener Musik. Geprägt sind die Stücke von ihrer professionellen Gesangsausbildung und der damit verbundenen Harmonielehre. Obwohl ihre Stimme elementar für das Ganze ist, bleibt sie angenehm im Hintergrund ohne beiläufiger Zusatz zu sein. Einzig die Exkurse zu deutschen Texten mögen für den einen oder anderen gewöhnungsbedürftig sein. Musikalisch flimmern Gitarren auf und sorgen teils düstere, teils epische Synthie-Spuren für verschiedene Stimmungen. Damero arbeitete mit gut einem halben Dutzend anderen Produzenten zusammen, u.a. Apparat, AGF sowie Henri Hangenow. Bleibt zu hoffen, dass dieses bemerkenswerte Album nicht untergeht in der gewohnten Veröffentlichungsflut. (jw)

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