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Lucky Numbers

Dave Stewart - Lucky Numbers

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Wurzelbehandlung

Who's that guy? David A. Stewart trägt viele Masken. Mit den Eurythmics wurde er an der Seite von Annie Lennox zum Superstar, danach diversifizierte er als Solokünstler, Produzent, Fotograf, Technologieguru und genereller Medienmogul. Seit ein paar Jahren widmet er sich aber verstärkt wieder seiner eigenen Musik, die so gar nicht zu seinem Ruf als Innovator an allen Fronten passen will.

 „Irgendwie habe ich dieses Interesse an Roots-Musik entwickelt, Country und Americana, wie das Neil Young und Bob Dylan auch schon taten.“ In Nashville entstanden so schon zwei erdig-beseelte Alben („The Blackbird Diaries“ und „The Ringmaster General“), doch für „Lucky Numbers“ war ein Tapetenwechsel angesagt: „Ich habe es sehr genossen, diese ersten beiden Alben in Nash­ ville zu machen, aber jetzt wollte ich mich nicht noch mal wiederholen. Also habe ich die ganze Truppe ins Flugzeug gesetzt, wir sind in den Südpazifik geflogen und dann auf einem Boot von Tahiti aus durch die Gegend geschippert. Deswegen klingt das Album auch so mellow, als würden wir auf dem Wasser treiben. Aber wahrscheinlich war ich einfach nur die ganze Zeit stoned.“

Die entspannte Atmosphäre tut dem meisterhaften Songwriting des Genies dabei keinen Abbruch und jedes der Stücke offenbart mit mehrfachem Hören neue Facetten. Dass er dabei nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich zurück zu den Wurzeln geht, werden 51 aufmerksame Hörer allerdings sofort im Refrain von „Every Single Night“ bemerken, der gleich vier Eurythmics-Hits zitiert. „Ja, das ist richtig. Es war schon immer so, dass ich Lieder über Annie und sie Lieder über mich geschrieben hat. Es ist wohl ein bisschen wie Briefe- schreiben. Und in dem Stück blicke ich auf unsere gemeinsame Zeit zurück. Das war ein ziemlicher Wirbelsturm. Du musst ja bedenken, dass wir erst vier, fünf Jahre zusammen gewesen waren, uns dann trennten und dann neun Alben in acht Jahren machten. Es war wie ein großer elektrischer Sturm, den so wohl nicht viele erlebt haben dürften.“

Tiefenentspannt, erfreulich bodenständig und ausnehmend höflich, wie dieser Mann nun mal ist, empfindet er auch die unvermeidliche Frage nicht als störend: Werden die Eurythmics je wieder zusammenarbeiten? „Wer weiß das schon? Wir sind ein sehr würdevolles Ex-Paar. Manchmal schreiben die Zeitungen, dass wir einander nicht ausstehen können, aber das ist kompletter Unsinn. Sie war auf meiner Hochzeit, ich auf ihrer. Wir verstehen uns nach wie vor sehr gut. Also sag niemals nie!“

Matthias Jost

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