Hipothetik Disaster

Debmaster - Hipothetik Disaster

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Erstaunliche Elektronik-Werkschau
"Hipothetik Disaster", der erste Release des neuen Elektronik-Labels "Hipnotik Records" aus dem französischen Angers, ist eine satte Überraschung.

Ein Label, das so jung ist, dass manche Rubriken seiner Homepage noch leer, andere ziemlich dünn besetzt sind, und uns dann in einer derart erstaunlichen Werkschau nicht weniger als 18 durchwegs talentierte, teils herausragende Newcomer der französischen Elektronik-Szene vorstellt, verdient besondere Beachtung. Debmaster etwa, der nicht nur Track No. 5 beisteuerte, sondern nebenbei auch der erste Künstler ist, der bald auch als Soloartist releast werden soll, habe sich, so berichtet die Label-eigene Site, schon als 11-jähriger als Drummer einer Punkband versucht. Hört man! Und damit dürfte er auch nicht der einzige der hier versammelten Tüftler sein, der seine Wurzeln in der Hip Hop- oder Hardcore-Szene hat und auf "Hipothetik Disaster" erstmals den Absprung Richtung Elektronik probt. Vielleicht ist es gerade diese Aufbruchstimmung, die dem Sampler eine besondere Ausstrahlung und einen in sich geschlossenen Charakter verleiht. Mancher Titel hätte freilich auch namhaften Hip Hop-Acts gut zu Gesicht gestanden. So etwa die Eröffnungsnummer, die in ihrer Dynamik und durch den wohldosierten Einsatz von Noise-Schleifen sehr stark an Dälek erinnert. Kurzum: Was völlig unbekannte Leute wie Horten V3, Thavius Beck, Murkbox, [guyom] oder der bereits genannte Debmaster auf "Hipothetik Disaster" bieten, gehört zum besten und aufregendsten, was 2005 im experimentelleren Elektro- und Hip-Hop-Bereich (neuerdings auch Post-Hop genannt) zwischen Warp und Mush in Erscheinung getreten ist. Und das Schönste daran: Kein einziger der Tracks ist auch nur ansatzweise retro. Stupides 80er-Jahre-Sequencer-Geblubber – man sucht es hier vergeblich. Auf weitere Releases des Labels darf man gespannt sein. (md)

Tonspion Newsletter

Alle wichtigen Neuigkeiten aus der Welt der Musik einmal wöchentlich in deine Mailbox.
Kein Spam, versprochen! Du kannst dich in jedem Newsletter wieder abmelden.
* Pflichtfeld

Tonspion präsentiert täglich die beste neue Musik mit Streams, Videos und kostenlosen Downloads sowie die wichtigsten Neuheiten aus dem Netz. Folge uns auf Facebook:

▶ Du möchtest einen Beitrag bei Tonspion veröffentlichen? Schicke uns deine Idee!

Ähnliche Künstler

Ähnliche News

Club Transmediale 2012 öffnet seine Pforten in Berlin

Club Transmediale 2012 öffnet seine Pforten in Berlin

Das Festival für experimentell elektronische Musik vom 30.1. - 5.2.2012
Der Club Transmediale wurde 1999 als Co-Veranstaltung zum Kunst- und Digitalkulturfestival transmediale gegründet und entwickelte sich in den folgenden Jahren immer stärker zum eigenständigen und überaus spannenden Festival für neue Klänge. Vom 30.1. bis 5.2. tummelt sich die experimentelle Musikszene wieder in diversen Clubs in Berlin.

Empfehlungen