Album

African Swim

Drencko - African Swim

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Hip-Hop für 2010

Musik hat keine Hautfarbe, ist nach allen Seiten hin durchlässig. Das führt einem diese Zusammenstellung südafrikanischen Hip-Hops vor Augen, die das US-amerikanische Cartoon-Network Adult Swim kostenlos unter die Leute bringt.

Diffuse Bezüge auf die Musik Afrikas haben Konjunktur. Damon Albarn gefällt sich in der Rolle des Vorreiters, versteckte aber die Polyrhythmik Tony Allens ganz weit hinten. M.I.A. hat die Hipster angefixt und auf "Hussel" den nigerianischen MC Afrikan Boy gefeaturet, während sich ihre Produzenten Diplo und Switch von angolanischen Kuduro-Beats inspirieren ließen.
Vampire Weekend und ihr "Cape Code Kwassa Kwassa" haben den vergessenen Kontinent ins Bewusstsein der Indiekids gespült, während sich das schwedisch-französische Duo Radioclit Esau Mwamawaya schnappte und ihn "Cape Code Kwassa Kwassa" wieder zurück übersetzen ließen.

Da geht also was, allerdings aus zweiter Hand. Adult Swim hat sich dagegen direkt in der südafrikanischen Rapszene umgesehen und überraschend konventionelle Tracks bzw. konventionelle Überraschungen zusammen getragen. Hip-Hop ist längst Weltmusik und Autotune kein Fremdwort in Südafrika. "No More" von Drencko hätte so auch auf Roots Manuvas aktuellem Album sein können. "Afrikan Swim" lässt die Exotenklischees im Kopf ins Leere laufen. Wenn das keine gute Nachricht ist?

Florian Schneider / Tonspion.de

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