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The Dresden Dolls

The Dresden Dolls - The Dresden Dolls

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
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sehr schön
herausragend
Weill´sches Kabarett und Rock

Nein, diese Band hat mit Dresden so gut wie gar nichts zu tun. Eher mit einer aussergewöhnlichen Mixtur aus Kabarett, Theater und einer kleinen Prise Punkrock. Die Dresden Dolls sind in den USA bereits der ganz grosse Geheimtipp.

Vielleicht haben sich die Dresden Dolls ja im Namen geirrt. Vielleicht hätte Dessau als Geburtsort eines Kurt Weills gepasst, oder Weimar, denn die Weimarer Kabarettzeiten geben Amanda Palmer und Brian Viglione gerne als einen der Haupteinflüsse ihrer Musik an. Aber Dresden ist in den USA auch zum Inbegriff eines traurigen Kapitels amerikanischer Geschichte geworden und daher auch geläufiger. Doch die Verneigung vor einem Stück großer Deutscher Kulturgeschichte bleibt. In Boston sind die beiden Dolls bereits zum ganz großen Geheimtipp avanciert und sie haben jede Menge Potential auch international gesehen zum Hit zu werden. Ihre Shows in New England sind ein großes Happening, der Rest der USA und nun auch Großbritannien wird jetzt ebenso aufmerksam auf das ungewöhnliche Duo. In der Musik der Dresden Dolls mischt sich Poesie, Extravaganz und Individualität mit Weill´schen Songstrukturen, die Rocky Horror Picture Show, der frühe David Bowie oder die Doors mögen ebenso Paten gestanden haben. Die charismatische Sängerin Amanda Palmer gleicht einer Mischung der wilden PJ Harvey und der sanftmütigen Tori Amos. Das selbstbetitelte Debütalbum ist eine der interessantesten Neuerscheinungen des Jahres, die Songs der Dresden Dolls haben Substanz, vielleicht auch weil sie nicht sofort eingängig sind. Viel Spielfreude und Extravaganz stecken in den zwölf Songs, von denen man drei in voller Länge auf der Homepage der Dolls herunterladen kann. (os)

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