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DK III

Dusty Kid - DK III

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Einladung zur Odyssee

Viel zu selten nutzen Musiker die Möglichkeiten des digitalen Formats so wie Dusty Kid. Der Italiener veröffentlicht sein Album „III“, eine Techno-Odyssee, als kontinuierlichen Mix, der pausenlos an der bedrohlichen Atmosphäre des Albums schraubt.

Der Rechner ersetzt nicht nur das Studio, er bringt gleich ein ganzes Sammelsurium an Instrumenten mit. Viele Techno-Produzenten sind schon mit der schieren Menge an Preset-Sounds dermaßen glücklich, dass ihre Tracks immer gleichförmiger klingen. Was tun dagegen? Selber frickeln oder den Rechner nur noch benutzen, wenn es gar nicht anders geht. Wie großartig das klingen kann, hat 2013 schon Andreas Tilliander mit seinem Projekt TM 404 bewiesen.

Dusty Kid - DK III (Album -Mix)

Paolo Lodde alias Dusty Kid hat den dreckigen Sound seines Albums „III“ vor allem seiner Aufnahmetechnik zu verdanken: Gemixt wurde „III“ an Vintage-Mixern, aufgenommen wurde auf ein altes Tonbandgerät. Musikalisch dockt Lodde dabei an die frühen 90er Jahre an. Die Bassdrum pumpt in vielen der 20 Tracks so bolzengerade und stoisch-brachial, wie man es sonst nur von der Berghain-Posse um Marcel Dettmann und Co. kennt.

Dazwischen zeigt Dusty Kid sein Händchen für Atmosphäre. „III“ funktioniert als Gesamtkunstwerk, über zwei CDs hält Lodde den Spannungsbogen, entwirft eine düstere Welt, die irgendwo zwischen Blade Runner, dem Computerspiel „Doom“ und einem David Lynch-Film anzusiedeln wäre, würde der Horror-Altmeister plötzlich Techno produzieren. „III“ ist ein mutiges Album, denn wer gönnt sich im Streaming-Zeitalter noch den Luxus, fast zwei Stunden mit einem kontinuierlich durchlaufenden Album zu verbringen? Loddes Album könnte dafür nicht einladender sein; es steht als Mix komplett zum Download bereit.

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