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Past Life Martyred Saints

EMA - Past Life Martyred Saints

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Verstörende Schönheit

Dass es nicht ganz so eingängig wird, wenn Erika M. Anderson ihr erstes Album als EMA veröffentlicht, war zu erwarten. Und doch hat sie mit "Past Life Myrtyred Saints" enorm viele Menschen aufgewühlt und berührt - so wie einst PJ Harvey mit ihrem verstörenden Debüt vor 20 Jahren.

EMA war für ihre Ecken und Kanten schon mit dem experimentellen Folk-Duo Gowns bekannt, das sich Anfang 2010 auflöste. Es folgte ein erstes Release der Kalifornierin als EMA im Sommer. "Little Sketches On Tape" -  eine verstörende Kassette, voll mit klanglichen Momentaufnahmen und Experimenten, die nicht selten nur eine gute Minute lang sind und keinerlei Strukturansätze aufweisen.

Diese Herangehensweise an Musik verfolgt Anderson auch bei ihrem Debüt, nur geht sie diesmal einen Schritt weiter: sie hat Songs geschrieben! Und was für welche, sei an dieser Stelle gleich angemerkt. Dennoch kann hier nicht von konventioneller Songstruktur die Rede sein.

"Past Life Martyred Saints" ist bedrohlich wie zerbrechlich zugleich. Anderson referenziert den Grunge und verbreitet dabei eine Riot-Grrrl-Attitüde mit dem zarten Lächeln einer Popsängerin. Mit der Intimität des Folks und der brachialen Haltung von Noise knirscht, dröhnt oder lärmt dieses Album um im nächsten Moment einfühlsam und leise zu klingen.

Das alles passiert sogar in nur einem Song ("The Grey Ship"). Fetzen verschmelzen zu Struktur, Bruchstücke zu Liedern und diese wiederum zu einem starken Debüt. Auch als EMA denkt Anderson nicht daran einfache Musik zu machen. Die Faszination findet sich hier im Unperfekten, in der ständigen Suche und dabei wird eine verstörende Schönheit entblößt.

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