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In Animal Tongue

Evangelista - In Animal Tongue

Redaktionswertung: 
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herausragend
Irrlichter und Tierstimmen

Seit 1982 singt und spielt Carla Bozulich, schafft sie ihrer Musik, ihrem Geräusch und ihrem gesprochenen Wort immer neue Räume. Mit Evangelista hat sie einen Raum entdeckt, den sie nun gern auch häufiger besucht.

Evangelista begann als "Evangelista", Carla Bozulichs viertes Soloalbum. Erst 2003 hatte die Künstlerin überhaupt begonnen, allein und unter ihrem Namen zu veröffentlichen, und mit "The Red Headed Stranger", einer Neuinterpretation des gleichnamigen Willie-Nelson-Albums ihre Solodiskographie eröffnet. Nur zwei Jahre später beschloss "Evangelista" sie auch erst einmal wieder. Bozulich hatte das Album für das kanadische Label Constellation aufgenommen und fand im fruchtbaren Umfeld des Labels ein gutes Zuhause.

"Evangelista" wurde zur Band, die nun wiederum ihr drittes Album unter diesem Namen veröffentlicht. "In Animal Tongue" ist ein düsteres Deklamationsalbum, das verzweifelt, zu allem fähig und unberechenbar zwischen Theatertod, Torch Song, Geräusch und Endzeit umherirrt. Dunkel grollen die Streicher, schaukeln sich die Rückkopplungen hoch, deklamiert und singt und klagt Bozulich. Tieren gleich wandern, streichen, kriechen ihre Melodien durch die Stücke: Lauernd, gefährlich, verängstigt, gefangen, waidwund.

Doch immer wieder und unerwartet auch: anmutig und schön. So irrlichtert "Tunnel To The Stars" durch den wirren Streicherwald einer erfüllenden Zweisamkeit entgegen, schwingen sich anderswo Chorschwärme in die Lüfte. Doch sie nehmen niemanden mit, und jeder weiß, dass sie kein Ziel erreichen werden. "In Animal Tongue" lädt niemanden ein, "In Animal Tongue" wirft sich jedem zu Füßen, rauft sich die Haare und kreischt und verendet. Dramatisch, verwirrend, deprimierend, großartig.

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