Album

Das Brot der frühen Tage

Family 5 - Das Brot der frühen Tage

Redaktionswertung: 
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schwach
mittelmäßig
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herausragend
Verschwendet aber nicht vergessen

Ach Düsseldorf. In den frühen Achtzigern noch echte Musikmetropole und Brennpunkt der aufkeimenden Punk- und Waveszene, ist hier heute eher tote Hose - und die Zukunft, die unsere frühen Helden nicht zu haben glaubten, ist mittlerweile fast Vergangenheit.

Doch genau auf diese besinnen sich die Menschen in kargen Zeiten, und so ist es kein Wunder, dass (nach dem mittlerweile doch ziemlich überstrapazierten 80´er SynthiElektroPop Revival) nun eine Welle des frührheinischen Wavepunks auf uns niederschwappt. Peter Hein, Allesrichtigmacher, stilprägender Textmeister und organstarker Gesangshektiker ist gleich mit zwei alten neuen Projekten am Start. Neben dem Comeback seiner epochalen Band Fehlfarben (live auf der Popkomm in Köln am 17.08.2002 im Gebäude 9) dürfen wir uns auch noch über eine ausgiebige Werkschau von Family 5 freuen. Selbigen ist auch noch ein Album gewidmet, welches den schönen Titel "Die Zeit ist reif für ein Tribut an Family 5" trägt. Hier huldigen Bands wie Uncle Ho, Subterfudge oder die Boxhamsters den Elder Statesmen, deren neues Credo laut Gitarrist Xao Seffcheque das Beuys´sche Motto "Nehmt was Ihr kriegen könnt" ist. Sie haben es sich verdient - wer sich dermaßen aufrichtig verschwendet, (nachzulesen in dem Buch "Verschwende Deine Jugend" von Jürgen Teipel) dem gebührt wenigstens die Gunst der ausgleichenden Gerechtigkeit. Das Wuppertaler Label Paul! spendet den alten und neuen Freunden der Familie nun als Appetizer das Lied "Die kapieren nicht (Ran Ran Ran)" aus dem Ende August erscheinenden Album "Das Brot der frühen Tage". Der mit fetten Bläsersätzen unterlegte Skapogo ist schön hackigknackig eingespielt und erinnert an Zeiten, in denen Konzerte noch echte Abenteuer waren und manchmal, nach Dosenwürfen, lässigen Publikumsbeschimpfungen und anschließendem Bühnensturm im friedlichen Totalchaos endeten. Und die Botschaft dieses leicht hyperventilierenden Liedes kann sich auch noch heute jeder wutschnaubende Jugendliche auf die stolzgeschwellte Brust schreiben: "Warten, warten ist alles was ich hör´, ich will aber SOFORT was mir gehört".(ts)

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