Album

The Ecology

Fashawn - The Ecology

Redaktionswertung: 
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Rohdiamant

Vorschusslorbeeren hat Fashawn in seiner jungen Karriere schon mehr als genug erhalten. Die nutzt der kalifornische Rapper, der immer wieder mit Nas verglichen wird, mit seinem zweiten Album aber nur bedingt zu seinem Vorteil.

Fashawn, neuestes Pferd im Stall des von Nas gegründeten Indie-Labels Mass Appeal, wurde jüngst ebenfalls Opfer eines Leaks, der ihn zwang, die VÖ seines neuen Albums eine Woche vorzuziehen. Zeit wird’s ohnehin: Fashawns von der Kritik gefeiertes Debüt "Boy Meets World" erschien 2009 und verhalf ihm zur Aufnahme in die "Freshmen Class" des einflussreichen Hip-Hop-Magazins XXL.

Ein beeindruckender Jahrgang: Unter anderem zählten J. Cole, Wiz Khalifa und Big Sean zum 2010er Nachwuchs – alle längst große Rap-Stars, während der ewige Newcomer Fashawn die lange Wartezeit bis zum zweiten Album mit Mixtapes und Kollabo-Projekten überbrückte.

Fashawn - Guess Who's Back from Mass Appeal on Vimeo.

Gutmachen kann der Kalifornier den Vorsprung seiner erfolgreichen Altersgenossen allerdings auch mit "The Ecology" nicht. Sein in erster Linie von Produzent Exile solide umgesetzter 'traditioneller' Hip-Hop macht zwar Spaß und erinnert mit Boombap-Beats und Soul-Einflüssen an die goldenen 90er, ist aber keine musikalische Offenbarung. Zudem wirken Fashawns Texte streckenweise seltsam unpersönlich, so als gelänge es ihm nicht (immer), die altbekannten Rap-Topoi wie das Aufwachsen ohne Vater, die daraus resultierende Glorifikation der Mutter oder die allgemeine Unzufriedenheit mit dem Leben am Existenzminimum (sprich: im Ghetto) zu seinen eigenen, ganz persönlichen Geschichten umzufunktionalisieren.

Zweifellos hat Nas – der sich natürlich auch höchstselbst mit einem Feature die Ehre gibt – mit Fashawn einen hochtalentierten Nachwuchsrapper an der Hand, der lyrisch, technisch und musikalisch konstant gut, manchmal sogar sehr gut ist. Um ein Star zu werden, fehlt ihm aber letztlich ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn von den anderen Jungtalenten seiner Generation abhebt. Denn die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht.

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