Glücksmaschinen

Fehlfarben - Glücksmaschinen

Redaktionswertung: 
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herausragend
Anti-Hits und Wahnsinn

Der  Miese-Peter Hein trifft mit seinem Anti-Opportunismus ins Schwarze. Das war 1980 so, das war zwischenzeitlich nicht immer so, das ist 2010 aber wieder so. Heute nörgeln die Ideologen Fehlfarben auf "Glücksmaschinen" unbeirrt weiter.

Nun sind es schon 30 Jahre, die "Monarchie und Alltag" auf dem Buckel hat. Und weil sich bei diesem Werk die alten Hasen der hiesigen Musiklandschaft eh absolut einig und grün sind, sei dies hiermit auch abgehakt. Stimmt ja alles, aber 1980 ist vorbei, wir haben 2010. Aber was heißt das eigentlich? Kommen die Nörgeleien der Fehlfarben nun via Facebook oder Twitter ins Haus geflattert? Nein, Hein und seine Band bleiben sympathisch dogmatisch. Gemeckert wird auf knackiger Albumlänge, ohne Wenn und mit ganz viel Aber.

Fehlfarben machen auf "Glücksmaschinen" wieder Musik, die man ihnen abnimmt, und Texte, die wieder sitzen. Aufgeräumt, kantig, gezielt und unaufgesetzt, aber immer auch um mehrere Ecken denkend, sind es unter dem Strich acht Stücke geworden, die mit und durch Moses Schneider bestens in einen ungeschliffenen Sound und pointiert in Szene gesetzt wurden.

Natürlich mag es etwas seltsam klingen, aber die Band knüpft so in gewisser Weise an ihr eigentlich ja abgehaktes Debüt an: Fehlfarben hauen Hits raus, ohne es zu wollen. Peter Hein sagt so viel und eigentlich alles, ohne es plump zu nennen. Wenn Element Of Crime heute für die romantisch zurückgelehnte Bierseeligkeit stehen, sind Fehlfarben das provokative LSD-Überbleibsel einer alten Welle, das dem Wahnsinn auch heute noch ein permanentes und unmissverständliches Anti entgegen zu werfen vermag. Nur so geht es voran.

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