Feist Pleasure Artwork

Feist - Pleasure

Label: 
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Ausbruch

Leslie Feists neue Platte ist schöner als alles, was sie je getan hat. Ausgerechnet, weil sie vom Feel-Good-Pop der Vergangenheit nichts mehr wissen will.

Spätestens seit ihrem zweiten Album, "Let It Die", aus 2004 sang sich Leslie Feist, die während künstlerischen Auftritten gerne auf ihren Vornamen verzichtet, in unsere Herzen. Mit “1,2,3,4” und “I Feel It All” lieferte sie leicht verdaulichen Pop, der in seiner Schönheit so bestach, dass nicht mal die fiesesten Feuilleton-Kritiker es wagten ein ernsthaft böses Wort zu verlieren. 2007 und 2011 wiederholte sie das Rezept erfolgreich auf "The Reminder" und “Metals”.

Auf Album Nummer fünf, “Pleasure”, wird jetzt alles anders. Wenigstens ein bisschen. Die Essenz bleibt. Die unwiderstehliche Schönheit bleibt. Das Gefühl der Wärme beim Hören bleibt. Ja, eigentlich bleibt alles. Aber es kommt etwas Entscheidendes hinzu.

Video: Feist - "Pleasure"

Der Erfolg von “Metals” hat Feist gezeichnet. Sie verlor während der Tour zur Platte viele Freunde, erzählt sie in Interviews. Sie verlor den Bezug zu ihrem Schaffen und begann die Bedeutung ihrer eigenen Musik zu hinterfragen: Alles nur schnödes Werbejingle-Beiwerk? Die akustische Fleecejacke von in den Feierabend fahrenden Radiohörern?

Den gesammelten Frust einer der härtesten Zeiten ihres Lebens, wie sie selbst sagt, verwebt sie nun in ihr bisher unmittelbarstes und wahrscheinlich auch bestes Album. Hier gibt es keine Scham, keine Scheu und keine Zurückhaltung, wo all das eben nicht angebracht ist.

Video: Feist - "Century"

Auf “Pleasure” darf die Gitarre auch mal knarzen, sodass selbst Jack White das Herz weich würde; eine Tür knallt im Mix oder ein Auto fährt durch die qualitativ ohnehin schon fragwürdige Aufnahme. Dazu singt bis krächzt Feist ehrlich wie nie, liebevoll schnoddrig ins Mikro.

Wir sind beim Hören ganz bei ihr. Der Filter des Studios fällt völlig heraus. Und genau das ist es, womit uns “Pleasure” wärmer hält, als jede Plüsch-Plastik-Jacke es je könnte.

"Pleasure" erscheint am 28.04.2017 bei Polydor.

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