In Flames - Battles

In Flames - Battles

Redaktionswertung: 
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Mit Kids in den Kampf

In Flames ziehen mit ihrem neuem Album in die Schlacht gegen ewig gestrige Metalnostalgiker. Der Kinderchor dürfte deren Abneigung nur verstärken, "Battles" kann aber durchaus begeistern.

In Flames haben mittlerweile einen äußerst schweren Stand in der Metalszene. Einst waren sie neben Dark Tranquillity und At The Gates ein Kopf des Gothenburg-Monsters, das den Sound eines ganzen Metalgenres prägte. Melodic Death Metal war untrennbar mit dem Namen In Flames verbunden, doch seit ein paar Jahren und mehreren Releases experimentieren sich die Schweden immer weiter in Richtung Alternative Rock. Das missfällt vielen Fans.

Und zugegeben: das letzte Album "Siren Charms" durfte zurecht nicht annähernd so oft im CD-Player rotieren wie einst "Whoracle", "Clayman" oder "Colony" - zu trivial waren die Riffs, die Texte, die Songstrukturen. Mit den Heldentaten im Hinterkopf ist es aber auch schwer, ohne Erwartungshaltung an neue Releases aus Göteborg ranzugehen. Nun vergessen wir aber einfach mal die zweistimmigen Gitarrenwände von Björn Gelotte und dem 2010 ausgestiegenen Jesper Strömblad in "Zombie Inc." oder Anders Fridéns dämonische Stimme in "Take This Life" und werfen wir uns unvoreingenommen ins "Battles"-Getümmel.

In Flames - The End

Mit einem knapp einminütigen Intro beginnt der erste Track "Drained" atmosphärisch und baut eine Spannung auf, die der berühmten Ruhe vor dem Sturm schon recht nahe kommt. Ein klassisches Melo-Death-Gitarrenriff lässt die Scheibe dann erstmals explodieren, gefolgt von einem gewohnt epochalen, von Synthies unterstütztem Refrain. Gerade als man sich gedanklich mit den neuen In Flames arrangieren konnte, schicken sie einen also doch wieder zurück in die Vergangenheit. "The End" setzt die Zeitreise anschließend dann auch noch textlich fort:

"When we were young,
was this the dream we had?
We're celebrating nothing,
we need to find our way back"

Haben In Flames die Experimente der letzten Jahre etwa als gescheitert erklärt? Der Kinderchor in der Bridge beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein! Bevor nun aber die bereits gezückten Pommesgabeln über dem Kopf zusammengeschlagen werden, muss man völlig neutral erkennen, dass genau diese Nuancen "Battles" spannend machen. In Flames mischen ihre Vehemenz der goldenen Jahre mit der Neugier der jüngeren Vergangenheit und das steht ihnen anno 2016 vorzüglich. Und wenn ein Kinderchor dazugehört, bitte! Dieser durfte auf "The Truth" sogar nochmal ran und veredelt so eine der kommenden Live-Hymnen. 

In Flames - The Truth

Mit solchen Wagnissen dürften In Flames sicher nicht alle abtrünnigen Freunde des Death Metal zurückgewinnen, als Vertreter von Modernem Metal liefern sie auf "Battles" aber ihre beste Leistung seit langer Zeit. Auch Stücke wie "Before I Fall", "In My Room" und "Battles", die eher dem Alternative Rock zugeordnet werden können, strotzen im Vergleich zum schwachen Vorgänger "Siren Charms" nur so vor Energie. Das liegt auch an Sänger Anders Fridén, der endlich wieder mehr Druck auf die Stimmbänder ausübt.

Jeder Song kann sich zwar nicht im Gehörgang festkrallen, aber die Refrains und Gitarrenmelodien aus dem Hause In Flames haben schon lange nicht mehr so sehr dem Trommelfell geschmeichelt. Gepaart mit der zwischenzeitlichen Aggressivität eines "Through My Eyes" ist "Battles" eine äußerst gelungene Mischung aus Alt und Neu.

"Battles" von In Flames erscheint am 11. November 2016 via Nuclear Blast.

Download & Stream: 

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