What Went Down

Foals - What Went Down

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Die Foals aus Oxford bannen mit 'What Went Down' ihre Entwicklungsgeschichte auf ein Album, das spalten wird.

Seit Wochen dröhnt Sie uns entgegen: verrotzt, laut, verschwitzt und testosterongetränkt grölt die Fangemeinde „When I see a man I see a lion“, der Refrain aus Foals erster Single 'What Went Down', der so viel mehr sein sollte als nur eine Zeile in einem Song.

Von dem Tag an als die Band ein 12-Sekunden Snippet aus ihrem Proberaum auf Facebook einstellte, wurde sie zum Sinnbild, Katalysator, Wegweiser und Vorfreudemomentum für Millionen fanatischer Foals-Fans. Der Wink mit dem Zaunspfahl, in welche Richtung das Album gehen soll. Dreckig, triebgesteuert und laut. Das wollten die Leute. Nichts anderes haben sie also erwartet. Es kam anders.

„Wir erlauben den Songs menschlich zu sein“, sagen die Foals im Interview mit Musikblog. Und das, genau das ist eine der größten Stärken dieses fabulösen Viertlings!

Menschlich heißt in diesem Sinne: Man muss diesen Songs Zeit geben. Sie entwickeln sich zu Glanzstücken, die mit jedem einzelnen Durchgang an Vertracktheit, Raffinesse und spielerischer Leichtigkeit gewinnen. Ein guter französischer Wein, der besser wird, je länger er liegt. Das sind Zutaten aus denen bekanntlich Klassiker-Alben gemacht sind. Sie erschließen sich einem nicht auf Anhieb und brennen sich Stück für Stück tiefer ein.

Videopremiere: Foals - "Mountain At My Gates" (Interactive 360° Video)

Statt mit grenzenloser Straightness die Verstärker auf Maximum zu drehen und auf Albumlänge eine musikalische Explosion nach der anderen abzufeuern, wirkt 'What Went Down' wie ein Zusammenschnitt ihrer bisherigen Entwicklung.

Mit 'Mountain At My Gates', ihrer zweiten Singleauskopplung fangen sie ihre Sturm und Drang-Anfangsphase melodiös-vertrackt mit leicht poppigem Refrain ein. Der Pop in Reinform findet sich dann in 'Birch Tree'. Balladesque wird’s in 'Give it All' und 'Night Swimmers'. Und den schon erwähnten Stadionrock haben wir in 'What Went Down'.

Eines steht fest: Erwartungen an ein Album werden mal erfüllt, dann sind sie aber manchmal so absurd hoch, dass die Platte nur scheitern kann und man verkennt die Qualität, die sie tatsächlich besitzt.

'What Went Down' wurde so sehr herbeigesehnt, dass wahrscheinlich Letzteres eintreffen wird. Foals-Nostalgiker könnten enttäuscht zurückbleiben und es als bislang schwächste Platte der Band abstempeln. Dabei hat das das Album nicht verdient. Unser Tipp: Hört euch in die Platte rein, denn in ihrer Wechselhaftigkeit spiegelt sie die gesamte Entwicklung einer fantastischen Band wieder.

Alle auf der Platte gebündelten Facetten der Foals, jene die viele Foals-Fans seit 'Antidotes', 'Total Life Forever' und 'Holy Fire' konstant abfeiern, kulminieren auf 'What Went Down'. Und hoffentlich werden das nicht die letzten Seiten sein, die diese Band von sich zeigen wird. 

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