Frank Ocean - Blonde

Frank Ocean - Blonde

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Lustvolles Narkotikum

Lange mussten die Fans von Frank Ocean auf neues Material warten. Und jetzt werden sie gleich doppelt bedient: nach dem Visual Album "Endless" veröffentlichte der R'n'B-Sänger kurz darauf sein neues Album "Blonde". 

Nachdem "Blonde" bereits vor einem Jahr hätte erscheinen und "Boys don't cry" heißen sollen und sich die Fans immer wieder mit Release-Date-Verschiebungen abfinden mussten, ist die Warterei nun endlich zu Ende. 

Wer "Blonde" zu hören bekommt, begibt sich auf eine Reise in Frank Oceans Unterbewusstsein. Oft singt Ocean keine richtigen Wörter, nutzt seine Stimme als Instrument und unterstützt so die minimalistische Sound-Kulisse, die sich meist aus nicht mehr als einem ruhigen Beat, unaufgeregtem Bass und ein bisschen Gitarre oder Piano zusammensetzt.

Frank Ocean setzt auf maximale Entschleunigung und wenn man das fast schon meditative Gesamtbild von "Blonde" erfasst hat, erscheint das ständige Verschieben und die lange Wartezeit auf das Album nur konsequent. Man möchte diesem Künstler beinahe schon Absicht unterstellen. "Kommt mal alle wieder runter", scheint uns Ocean mitteilen zu wollen. Und so ließ er die schnelllebige Gesellschaft nicht nur viel zu lange warten, sondern verpasst ihr im Anschluss auch noch ein musikalisches Narkotikum.

Das heißt nicht, dass "Blonde" ein Werk ist, bei dem man aus Langeweile einschläft. Es lebt von seiner Atmosphäre, spielt mit romantischen und sexuellen Motiven, schickt den Hörer auf eine Reise, die lustvolles Verlangen aber auch reflektiertes Nachdenken anregt.

Frank Ocean - Nikes

Zwischen Liebeserklärungen, einem Telefonat mit Frank Oceans Mutter und Kritik an der Konsumgesellschaft sind auch Künstler wie Beyoncé, Kendrick Lamar, André 3000, SebastiAn und Kim Burrell auf dem Album vertreten, wenn auch oft nicht eindeutig zu hören. Beyoncé wirkt auf "Pink + White" beispielsweise lediglich mit textlosem Backgroundgesang mit.

Ocean hatte in der Vergangenheit öfter Katz und Maus mit seinen Fans gespielt, zuerst mit seinem Coming Out viel Respekt bekommen, eine Europatour  zum letzten Album "channel ORANGE" dann aber kurzerhand abgebrochen. Das neue Album war für vier Wochen ausschließlich via Apple Music zu hören, jetzt ist es auch auf anderen Streamingdiensten verfügbar.

Warum exklusive Streams nicht funktionieren werden 

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