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3 Little Words

Frankmusik - 3 Little Words

Redaktionswertung: 
schlimm
schwach
mittelmäßig
gut
sehr schön
herausragend
Kinder der 80er

Zwei schlagende Argumente hat der blutjunge Musiker Vincent Frank aus Süd-London schon mal auf seiner Seite: er sieht verdammt gut aus und sein Debütalbum wird von keinem Geringerem als Stuart Price (Madonna, Seal, Zoot Woman) produziert.

"Nicht schon wieder die Achtziger!", so meine fast schon allergische Reaktion, als mir jemand vor Monaten einen Link zu einem Track von Frankmusik in die Mailbox schickt. Aber vielleicht stehe ich mit dieser Ansicht auch alleine da. Ich konnte glattgebügelte Synthiemusik von noch glatter gebügelten Boys oder Girls, die gerade frisch vom Hairstylisten kommen und total irre Outfits in Kreischfarben tragen noch nie ausstehen. In den 80ern gab es ja kaum was anderes, das prägt.

Genau in dieses Schema passt auch Frankmusik, der auf jedem Foto ein anderes Outfit spazieren trägt. Und ganz im Gegenteil zur Band von Stuart Price - Zoot Woman - geht das im Fall seines Schützlings Frankmusik musikalisch nicht mehr als toll verpacktes Zitat mit einem Anflug von leiser Ironie durch, sondern es springt einem mit aller Entschlossenheit förmlich ins Gesicht. Leider lassen sich in der Musik des jungen Künstlers bisher keine Anzeichen einer eigenen Identität und auch kein echtes Hitpotenzial - was ja für diese Art Musik wesentlich ist - ausmachen. Dazu ist sie viel zu selbstverliebt (Titel wie "Touch Myself", "Striptease My Heart", "Vacant Heart" sprechen für sich). Daran ändern auch die Remixe, die es umsonst im Netz gibt, nicht viel. Bleibt also abzuwarten, ob das Ganze auf Albumlänge mehr offenbart, als nur den hübschen hohlen Chic einer H&M-Reklame.

Udo Raaf / Tonspion.de

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