Franz Schubert: Symphonie No. 8

Franz Schubert - Franz Schubert: Symphonie No. 8

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Groß und zu Herzen gehend

Wie alle Zeitgenossen wähnte sich auch Franz Schubert ganz im mächtigen Schatten Beethovens stehend. Niemand hat damals begriffen, dass Schubert noch zu Beethovens Lebzeiten an einer Symphonie arbeitete, die den größten Werken des Meisters ebenbürtig war.

Nach der 1. Symphonie, einem Jugendwerk, das Schubert im zarten Alter von nur 16 Jahren komponierte, stellen wir jetzt sein ganz großes symphonisches Meisterwerk, die sogenannte "Große C-Dur Symphonie" vor, deren Bedeutung überhaupt nicht zu überschätzen ist. Nur ein Beispiel: Die revolutionäre Technik Anton Bruckners, thematische Blöcke einander gegenüberzustellen und Stück für Stück durch Variationen zu weiterzuentwickeln, hat zuerst Schubert in der Kammermusik angewendet und mit der Neunten in die Symphonik eingeführt.

Unser Hörbeispiel, der zweite Satz, der in dieser Symphonie den Platz des langsamen Satzes (meistens ein Adagio, Andante ist ein wenig schneller) einnimmt, gehört zu den schönsten symphonischen Sätzen der gesamten Literatur. Die ganze Symphonie ist eines jener Kunstwerke, deren Wirkung sich nicht final analysieren läßt. Ist sie ganz einfach, oder sehr abstrakt? Ist sie vordringlich rhythmisch oder melodisch gehalten? Ist sie ihrem Ausdruckscharakter nach klassisch oder romantisch? Jedenfalls hat die "Große C-Dur" einen ganz eigenen Klang und Dictus, der sich mit keiner anderen Symphonie vergleichen läßt. Das Werk ist in seinem einstündigen Umfang, der Schumann von "göttlichen Längen" sprechen ließ, komplett unwiderstehlich, man sollte es wenigstens einmal im Leben ganz gehört haben. Wobei es dann aber wahrscheinlich nicht bleiben wird.

Franz Schubert (1797-1828) arbeitete nach dem neuesten Stand der Forschung ab 1825 an seinem letzten symphonischen Werk, das zu seinen Lebzeiten nicht aufgeführt wurde und nach seinem Tod in Vergessenheit geriet. Erst 1839 wurde die Symphonie von Robert Schumann wiederentdeckt, der sofort die Bedeutung des Werkes erkannte. Er begeisterte Felix Mendelssohn-Bartholdy für Schuberts symphonisches Vermächtnis, der schließlich am 21. März 1839 in Leipzig die Uraufführung leitete.

Das Werk wird heute als 8. Symphonie Schuberts gezählt, weil eine lange als verschollen geltende 7. Symphonie nie gefunden wurde. Mittlerweile geht man davon aus, dass sie nie existiert hat. Auf jeden Fall ist die "Große C-Dur-Symphonie" Schuberts finale Aussage in der Orchestermusik und, trotz ihrer Vorgängerin, der "Unvollendeten", das Opus, mit dem er sein Genie in dieser Gattung am weitesten getrieben hat.

1 CD, ca. 62 Minuten

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